FC Bettlach – HSV Halten
31. Oktober 2011 um 17:18 | Veröffentlicht in Matchberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Bettlach, HSV, Phrasenschwein, Schade, Sumpf
Die erste Mannschaft war gewillt, das unglückliche Unentschieden vom letzten Spieltag gegen Wacker Grenchen vergessen zu machen und im letzten Spiel anno 2011 in Bettlach noch einmal anzugreifen. War sie das wirklich? Nein, von der gut gemeinten Intention war in der ersten halben Stunde wenig zu sehen. Das Heimteam war von Beginn an in allen Belangen die bessere Equipe, die 3-0 Führung nach einer halben Stunde vielleicht aber etwas zu hoch. Dennoch muss sich der HSV den Vorwurf gefallen lassen, den Anfang verschlafen zu haben. Erschreckend war die Ungenauigkeit des Passspiels und die Ideenlosigkeit in der Angriffsauslösung. Viele Offensivbemühungen blieben im Ansatz stecken, die Ballverluste in der Vorwärtsbewegungen mündeten oftmals in gefährlichen Kontern der Bettlacher, deren erfolgreicher Abschluss vom starken Torhüter Zumsteg oftmals zunichte gemacht wurden, bis auf die drei erwähnten Ausnahmen. Hohl verkürzte mit einem kämpferischen Kraftakt vor dem Pausenpfiff auf 3-1 und konnte sich beim gegnerischen Torhüter bedanken, der das Spielgerät nach einem Rückpass nicht wegdreschen wollte und es danach im eigenen Netz zappeln sah.
Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Gäste etwas munterer, grosse Torgefahr entstand aber daraus auch nicht, es war eher ein bemühtes Anrennen ohne nennenswerte Chancen. Kurz vor Ende des Spiels beschwerte sich Ernst, er sei im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht worden. Eine Ansicht, die man durchaus teilen kann, der Schiedsrichter sah es anders. Den nicht gegebenen Elfmeter kompensierte der ansonst souveräne Unparteiische mit der Nichtbeachtung der Abseits-Position, in der sich D.Ernst bei seinem Anschlusstreffer zum 3-2 befand. Danach war Schluss, Bettlach holte sich die 3 Punkte nicht unverdient, sie waren die bessere, oder einfach die etwas cleverere Mannschaft.
Ein Team ist in den hiesigen Breitengraden des regionalen Fussballs nicht so stark wie deren schwächstes Glied, wie uns dies ein bekannter Aphorismus oft weis machen will. Fallen aber mehrere Glieder im Kettengefüge einer Mannschaft aus, so kann dies nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Ein paar abschliessende Gedanken zur Vorrunde: Auf eine gemeinsamen Nenner gebracht ist der richtige Ausdruck wohl: Schade! Schade, hat man einige Punkte dumm verspielt und verschenkt. Schade, vermochte man die Führungen nicht über die Zeit zu schaukeln und Schade, musste man allzu oft einem Rückstand hinterher rennen. Schade, schafft man es nicht, das zweifelsohne vorhandene Talent in dieser Mannschaft in Zählbares umzumünzen. Und Schade um gewisse opportunistische und selbstzerstörerische Tendenzen gegen Ende der Vorrunde.
Natürlich will auch das Phrasenschwein dieses Mal gefüttert sein, der Karren ist nun gegen die Wand gefahren, ihn aus dem Sumpfe zu ziehen wird die Aufgabe im kommenden Jahr sein. Einige Fragen bleiben bestehen: Worin soll die konkrete Zielsetzung für die Rückrunde bestehen? Gelingt eine Konsolidierung innerhalb des sozialen Mannschaftsgefüges und wiederspiegelt sich dies in Resultaten, welche den Ansprüchen gerecht werden. Wer baut eine Wand in den Sumpf? Und was passiert mit dem Geld aus dem Phrasenschwein?
Die erste Mannschaft bedankt sich bei allen Zuschauern, die uns tatkräftigt unterstützt haben, dem Trainer und den vielen Helfern im Hintergrund! Kiitos!
FC Rüttenen – HSV Halten
10. Oktober 2011 um 00:12 | Veröffentlicht in Matchberichte | 1 KommentarSchlagwörter: Karte, Rüttenen, Rot, Torfabrik
Rüttenen ist neben Lommiswil der einzige Verein, bei dem der Spielort und die Umziehmöglichkeiten nicht in einem identischen Ort zusammenfallen. Ein schmucker Kiesweg entlang eines malerischen Bächleins verbindet die beiden Örtlichkeiten. Generell mutet ein Auswärtsspiel in der nördlichen Solothurner Nachbargemeinde immer sehr naturverbunden an, das Spielfeld ist der einzige grössere ebene Fleck Erde am Fusse der ersten Jurakette, eingeklemmt zwischen schroffen Kalkfelsen und Mischwald. Der soeben erwähnte kleine Wasserrinnsal begleitet auch das Fussballfeld an dessen längeren Seite. Schön!
Der Altwybersommer hatte sich gerade verabschiedet, Regenschirme und Winterjacke waren die passenden Utensilien an diesem Samstagabend. Zudem hatte der Rasen auf dem Fussballplatz Galmis auch schon eine kürzere Frisur, soviel zu den exogenen Konditionen. Auf der psychologischen Ebene hatte der HSV eine kleinere sportliche Delle zu beklagen, holte man in den letzten beiden Spielen lediglich einen einzigen Zähler, und auch diesen nur mit einer ordentlichen Portion Glück.
Die Gäste erschienen ziemlich offensiv formiert auf dem Spielfeld und setzten ihre auf der Magnettafel besprochene Marschrichtung auch gut auf die Wiese um. Die ersten Aktionen der Rüttener blieben mit 3 weiten Auskicken ihres Torhüters zu dem gegnerischen eher blass. Der Führungstreffer seitens der Hausherren fiel auch eher überraschend, wenn auch der HSV bis dato zu keinen Torszenen kam. Einen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung erwischte die Abwehr auf dem falschen Fuss, die Kugel zappelte ein wenig später im Netz. Der Gäste Antwort liess nicht lange auf sich warten. Der ältere der beiden Ernst Brüder, die das Sturmpaar bildeten, verwertete eine präzise Flanke von Frey per Kopf zum Ausgleich.
Die in der Folge etwas mutiger aufspielenden Haltner mussten mit der gelbroten Karte von Frey einen nächsten Rückschlag einstecken. Bereits mit einem gelbem Karton vorbelastet kritisierte er ein (korrekterweise) nicht geahndetes Handspiel im gegnerischen Strafraum in einer Intensität, die dem sehr guten Unparteiischen keine andere Wahl liess, als ihm den vorzeitigen Gang unter die Dusche schmackhaft zu machen. Damit hat Frey seiner Mannschaft einen Bärendienst erwiesen, eine Aktion kolossaler Dummheit, 70 Minuten in Unterzahl, keine leichte Aufgabe. Das Geschehen spielt sich nun mehrheitlich in einer Platzhälfte ab, der HSV hatte auch nicht die nötige Ruhe und Ballsicherheit, die Kugel in den eigenen Reihen zu halten.
Der FC Rüttenen blieb auch nach dem ausgezeichnet schmeckenden Pausentee logischerweise die bestimmende Mannschaft. Der HSV verstand es nun aber, klug zu verteidigen und konnte sich auf seinen gewohnt starken Rückhalt Kissling und den bärenstarken Späti in der Innenverteidigung als Brandung in der rauen See gegnerischen Angriffswellen verlassen. 20 Minuten vor Schluss bediente Lavoyer den immer stärker werdenden Hohl, der für Frey die linke Seite übernommen hatte, und dieser tat, was er diese Saison schon so oft tat, die wichtigen Tore markieren. Gekonnt düpierte er den Torhüter mit einem feinen Heber ins lange Eck. Die Hausherren intensivierten ihre Angriffsbemühungen, verfingen sich aber stets im Abwehrverbund des HSV. Das eine oder andere Mal wurde es knapp, der Ausgleichstreffer hätte mit ein wenig mehr Glück oder weniger Unvermögen durchaus fallen können. In der Nachspielzeit erhöhte Lavoyer per Foulelfmeter, ausgelöst durch einen Energieanfall von Kummer, noch auf 1:3.
Es war sicherlich kein schönes Fussballspiel, das die beiden Equipen den hartnäckig im Regen (oder Clubhaus) ausharrenden Zuschauern boten. Der FC Rüttenen muss sich den Vorwurf gefallen lassen, den Vorteil von 70 Minuten in Überzahl zu spielen nicht genutzt zu haben. Man kann es als fahrlässig bezeichnen. Man darf aber auch den Haltnern zu einem bemerkenswerten Kraftakt gratulieren, basierend auf einem funktionierenden Kollektiv in Kombination mit Geduld, Cleverness und Kaltblütigkeit sind diese drei Punkte keinesfalls gestohlen.
HSV Halten – FC Deitingen
13. August 2011 um 15:40 | Veröffentlicht in Matchberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Cup, Deitingen, Fussball, Jura, Pokal, Sommer
Wie üblich beginnt die Saison hierzulande mit einer Pokalrunde. Für den HSV ist dies – zieht man die Resultate der letzten Jahre zu Rate – gleichbedeutend mit dem Ende des Solothurner Cups. Entweder hat man sich gegen unterklassige Gegner bis auf die Knochen blamiert oder ein Exploit gegen einen überklassigen blieb aus. Dieses Jahr kommt der Gegner aus dem nahen Deitingen, 2.Liga-Absteiger trifft also auf einen verhinderten 4.Liga-Aufsteiger.
Die Affiche rund um Derby und das Treffen auf den Titelverteidiger zog beachtlich viele Leute auf den Spiegelberg, angenehme abendsommerliche Temperaturen und eine traumhafte Weitsicht auf die Alpen rund um das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau bildeten einen gebührenden Rahmen.
Die Haltner versuchten, die Kreativität und den Spielfluss des individuell besser besetzten Gegners mit strukturiertem und kompaktem Defensivverhalten zu unterbinden. Deitingen übernahm – quod erat expectandum – das Spieldiktat, tat sich aber aufgrund vieler Fehlzuspiele schwer in ihren Angriffsbemühungen. Einzig aus Distanzschüssen und stehenden Bällen entstand immer wieder Gefahr vor dem heimischen Kasten. Der Führungstreffer fiel zwar nicht unverdient, aber eher glücklich, als das Leder nach einer seitlichen Hereingabe den Weg irgendwie ins Tor fand.
Nun denn, Rückstand zur Pause, ermunternde Worte von Coach Graf (TT), die Sonne senkte sich langsam hinter dem Juragebirge nieder, als wolle sie vor dem Schlafengehen den Spiegelberg-Kickern noch ein wenig zusehen, und tauchte die verhangenen Cirrus-Schwaden über der Aare-Ebene in ein malerisches abendrot.
Auf dem renovierten Spigelbergrasen ergab sich kein neues Bild, Deitingen hatte das Spiel im Griff, Halten stets bemüht. Nach rund einer Stunde Spielzeit erzielte der jüngste der drei Haltner Spätis mit einem satten Weitschuss den Ausgleich, man munkelt sogar er habe dazu noch den schwächeren Fuss benutzt. Der Betreuungsequipe des Gegners triebt die drohende Blamage, zu der sich das als Selbstläufer eingeschätzte Spiel zu werden schien, den Angstschweiss auf die Stirn. Kurz nach dem Ausgleich lenkte ein Deitingen Verteidiger eine Hereingabe vom eingewechselten Zanetti ans Lattenkreuz. Zum Schluss konnten der Favorit dennoch jubeln, er setzte sich mit einem Score von 3:1 durch. Zwei clevere Angriffskombinationen besiegelten den Einzug in die nächste Runde.
Der HSV konnte trotz der Niederlage und dem standesgemässen Aus in der ersten Pokalrunde erhobenen Hauptes vom Feld gehen, man hatte den Gegner lange gefordert und war kurze Zeit dem Überraschungserfolg nahe.
HSV Halten – FC Atees Solothurn
8. Juni 2011 um 17:18 | Veröffentlicht in Matchberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: 5.Liga, Amateurfussball, Atees, HSV, Spiegelberg, Weststadt
Der FC Atees ist ein undankbarer Gegner. Seit dem Zeitungsartikel vor ein paar Jahren, welcher die Weststädter zum schlechtesten Team der Schweiz erklärte (was zu dieser Zeit auch seine Gültigkeit hatte), haftet einem Punktverlust gegen sie unweigerlich das Attribut einer riesigen Blamage an. Kurz: Man hat viel zu verlieren und kaum ausser etwas zu gewinnen ausser den budgetierten drei Punkten.
Mit dieser Bürde auf den Schultern machten sich die Spiegelberg-Kicker auf, den Saisonabschluss erfolgreich zu gestalten. Mit einem 18-Mann-Kader wollte man den sommerlichen Bedingungen bestens gerüstet entgegentreten.
Nach 25 Minuten ging die Multikulti-Truppe aus der Weststadt nach einem sehenswert direkt verwandelten Freistosstor in Führung. Die Haltner liessen sich davon wenig beeindrucken, nach einem cleveren Pass in die Tiefe liess L.Stampfli den Torhüter aussteigen und stellte den Einstand wieder her. Kurz vor dem Pausenpfiff war es erneut Stampfli der nach Vorarbeit der Brüder Hohl einnetzte, er brauchte den Querpass nur noch über die Linie zu drücken. Mit diesem dünnen Polster ging es zur Pausenverpflegung.
Kurz nach dem Seitenwechsel zerstörte P.Hohl seinen seit Herbst kaputten Fussballschuh vollends, worauf er ihn kurz an der Seite mit Klebeband fixieren liess, zurück aufs Feld schlich und nach einem cleveren Pass von C. Gugelmann zum 3:1 einschob. Ein wenig später liess erneut ein verwandelter Freistoss die Flamme der Hoffnung noch einmal aufköcheln, eine gelb-rote Karte seitens der Solothurner machte dem Strohfeuer aber gleich wieder ein Ende. Trotz der zahlenmässigen Unterlegenheit kamen die Gäste noch zur einen oder anderen vielversprechenden Strafraumszene und trafen in der Nachspielzeit gar noch die Torumrandung. Genutzt hat es nichts, ausser Spesen nichts gewesen, und der HSV gewinnt sein letztes Saisonspiel und darf nun die Füsse hochlagern, denn schon noch so bald geht es wieder weiter mit einer neuen Saison.
FC Biberist – HSV Halten
7. Juni 2011 um 15:29 | Veröffentlicht in Matchberichte | 1 KommentarSchlagwörter: 3.Liga, Aufstieg, Biberist, Reife, Schatten, Sonne
Sonne und Schatten
Die erste Mannschaft des HSV Halten schlug die zweite Mannschaft des FC Biberist 3:1. Über weite Strecken war es ein müder, uninspirierter Kick. Die Gäste mussten unbedingt gewinnen, wollte man die Chance auf den Aufstieg wahren. Den besseren Start erwischten aber die Biberister, nach rund 20 Spielminuten trafen sie sogar das Tor, als nach einem Distanzschuss das Leder an die Lattenunterkante klatschte und sich von dort (wahrscheinlich) hinter die Linie senkte. Gezählt hat das Tor nicht, zu unsicher war sich der Unparteiische aufgrund seiner Position und entschied in dubio pro reo auf Weiterspielen. Der HSV bediente sich über die gesamte Spieldauer weniger simplen Spielmittel, weite Bälle in die Spitze oder schnelle Pässe in die Tiefe. Eigentlich einfach auszurechnen für den Gegner, in den Griff bekamen sie aber die HSV Offensive nie wirklich. Der FC Biberist versuchte es eher mit Kurzpassspiel, blieb aber trotz ansehnlichen Ansätzen harmlos. Mit zunehmender Spieldauer tauchten die rot gekleideten Angreifer immer wieder gefährlich vor dem heimischen Tor auf, einzig ihrem Unvermögen ist eine torlose Halbzeitpause zu verdanken. Kurz nach Wiederanpfiff drückte Bessire die Kugel nach einem Gewühl im Fünfmeterraum über die Linie. In der 76. schloss Eyer einen Angriff nach Vorarbeit von Hohl und Ernst erfolgreich ab. Biberist vermochte kurz vor dem finalen Pfiff noch einmal zu verkürzen, Winter stellte den alten Zweitorevorsprung nach Vorarbeit von Kummer im Handumdrehen aber wieder her. Die Sonne hatte mittlerweile dunklen Regenwolken Platz gemacht.
Für den Aufstieg hat es dennoch nicht gereicht, da Leuzigen in Bettlach ebenfalls drei Punkte holte. Über diesen Sieg konnte sich also niemand so richtig freuen.Die zu beantwortende Frage bleibt: Kann man mit einem zweiten Rang zufrieden sein? Ja und Nein.
Ja, weil niemand damit gerechnet hat, soweit vorne klassiert zu sein und so viele Erfolge feiern zu dürfen. Eine junge Mannschaft hat sich schon erstaunlich reif und abgeklärt gezeigt und in vielen engen Spielen kühlen Kopf bewahrt hat und die Punkte nach Hause chauffiert. Zufriedenheit ist eng verwandt mit der Erwartungshaltung
Nein, weil wenn man aber nahezu die ganze Saison sich auf dem ersten Rang sonnt und dann am kurz vor Ende auf dem Zweiten im Schatten steht, ist das ärgerlich. Noch ärgerlicher ist aber die Tatsache, dass der HSV gleichviele Punkte wie das aufgestiegene Leuzigen auf dem Konto hatte, das bessere Torverhältnis aufwies, dem Reglement wegen, wonach bei Punktgleichheit die Anzahl der Strafpunkte zu werten seien, von der Spitze verdrängt wurde. Einen weiteren schalen Beigeschmack hinterlässt die Art und Weise, wie der HSV Strafpunkte sammelte, nämlich oftmals wegen Reklamierens und Lamentierens, also meist unnötig. Am Ende liess die Mannschaft ein wenig die Cleverness und Abgeklärtheit, die einen Aufsteiger auszeichnen würde, vermissen
Letzte Woche erreichte uns eine Nachricht unseres Mitspielers Y.Lavoyer aus dem Norden der Türkei. Er wandte sich in dieser an die Mannschaft und berichtete über seinen Verbleib, über Einsamkeit, über die soziale Funktion des Mannschaftssports Fussball, über Saisonenden und über ein prägendes Erlebnis vor einem Jahr, ein Wendepunkt wie er es nennt. Hier ein Auszug:
…Plötzlich erschien mir ein lachendes Gesicht. So absurd es auch klingt, klar wie bei der letzten Begegnung mit ihm (…), sah ich “Böbu” vor mir. (…) Saisonende, ein Wendepunkt? Letztes Jahr ganz bestimmt. Bis heute kommen mir die Tränen wenn ich an den Moment zurückdenke, als mich die Nachricht erreichte: “Dr Böbu isch gschtorbe”. Wir sollten ihm gedenken. So wie wir vor einem Jahr zusammen an seinem Grabe trauerten, so sollten wir ihn nun am Saisonende in unserem Herzen tragen, sollten alles geben, um auch ihn ein wenig Stolz zu machen, denn ganz bestimmt; von irgendwo wird er uns zuschauen, wird mit uns jubeln oder trauern.
Heute (7. Juni) ist es genau ein Jahr her, als uns die Nachricht vom plötzlichen Ableben unseres ehemaligen Trainers, Mitspielers und Freundes uns fassungslos machte. Die Mannschaft versammelte sich vor dem letzten Spiel noch einmal vor seinem Grabe, so wie sie es auch vor dem ersten Meisterschaftsspiel getan hatte. So schliesst sich der Kreis. In diesem Kontext ist auch Erfolg oder Misserfolg, Aufstieg oder Verbleib, in einem anderen Licht zu sehen. Möge man sich den schattigen Seiten des Lebens stets bewusst sein, um dankbarer und genüsslicher der Sonne entgegenblicken zu können.
HSV Halten – FC Bettlach
8. November 2010 um 17:56 | Veröffentlicht in Matchberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Bettlach, Fussball, Halten, HSV, Spiegelberg, Wintermeister
Nach der Hälfte aller Spiele belegte der HSV den ersten Tabellenrang. Das ist schön. Die Herbstrunde schliesst diese Saison mit der ersten Begegnung der Rückrunde, in welcher wie üblich die Begegnungen invers zur ersten Hälfte ausgetragen werden. Ergo empfingen die Haltner die Gäste aus Bettlach. Den Saisonauftakt gewann die Equipe von Trainer Graf nach 0:2 Rückstand mit 5:2
Es ist Donnerstag Abend, November, das Witterungsspektrum zu jener Jahreszeit reicht von frostig kalt über diesig neblig bis hin zu herbstlich freundlich. Heuer schien uns Petrus wohlgesinnt, letztere Attribute trafen auf die diesjährigen Umstände am besten zu.
Das Spiel war zu Beginn von zaghafter, risikoaverser Haltung auf beiden Seiten geprägt, der sichere Pass zur Seite wurde dem mutigeren nach vorne vorgezogen. Da aber die in der Theorie einfacheren Zuspiele mit ungenügender Konzentration ausgeführt wurden, entwickelte sich das Spiel zu dem, was man sich von einer 4-Liga Partie im frühen November vorstellt; kampfbetont, hektisch, chaotisch, aber soweit friedlich. Bettlach war die etwas aktivere Mannschaft, Halten die gefährlichere, Ernst wusste immer wieder für Verwirrung in der gegnerischen Hintermannschaft zu sorgen. Spätestens nach seinem Tor, als er einen vom Torhüter abgeprallten Torschuss verwertete, war Bettlach gewarnt. Unglücklicherweise war der Unparteiische der Meinung, er habe sich bei Schussabgabe in einer Abseitsposition befunden. Die rechte Seite mit Stampfli und S. Späti hielt den Gegner ebenfalls auf Trab. Die dickste Möglichkeit vergab Winter, als er Hohls Zuspiel nach dessen Vorstoss zur Grundlinie nicht zu verwerten konnte. Umgekehrt hatte die HSV Abwehrreihe auf die Angriffsbemühungen des 3.Liga-Absteigers stets eine adäquate Antwort parat, nur selten kamen sie in Verlegenheit.
Zur Halbzeit fehlten lediglich die Tore, denen Halten doch etwas näher war, sich aber keinesfalls in Sicherheit wiegen durfte, Bettlach zeigte sich als ebenbürtiger Gegner. Dementsprechend zufrieden und stolz zeigte sich der Trainer in seiner Wortwahl zum Pausentee, gleichwohl die Mahnung zu Konzentration und keinerlei Nachlässigkeit.
Die Wirkung liess nicht lange auf sich warten. Kummer erzielte kurz nach der Halbzeit die ersten beiden Tore des Spiels. Zuerst schob er aus kürzerer Distanz ein, danach verwertete er einen Freistoss von Stampfli mit dem Kopf. Dies ist schon der vierte HSV-Treffer per Kopf. Ein wenig später wurde der wirblige Ross im Strafraum unsanft von den Beinen gezogen (Gruss an Huggel Beni), die Pfeife des sonst ausgezeichneten Spielleiters blieb stumm. Ross liess sich trotzdem nicht nehmen, sich in die Skorerliste einzutragen und bugsierte kurz darauf ein seitliches Zuspiel aus kurzer Distanz unhaltbar hinter die Torlinie.
Bettlach schwächte sich gegen den Schlusspfiff hin selbst mit einer äusserst dämlichen Aktion. So glaubte doch einer ihrer Akteure tatsächlich, bei des Schiedsrichters Griff an die Brusttasche diesen mit einem gezielten Schrei in dessen Gesicht zu positiv zu beeinflussen und die drohende gelbe Karte abwenden zu können. Dass die Karte sich danach rot färbte ist ebenfalls demselben Herrn zu verdanken, er vermochte sich nicht zu beruhigen. Danach war die Sache gegessen, der Mist geführt, Bettlach resignierte und Halten brachte den Sieg sicher über die Zeit.
Die beiden ersten Verfolger Gerlafingen und Leuzigen trennten sich am Sonntag 3:3 Unentschieden, womit die Jungs vom Spiegelberg mit 4 respektive 6 Punkten Vorsprung in die Winterpause gehen, soweit die Fakten. Die Haltner verloren lediglich zwei Spiele mit jeweils 1:2, und gewannen dann in Folge die nächsten 4 Begegnungen. Allerdings impliziert diese Zahlenspielerei eine Niederlage zu Beginn der Frühjahrsrunde gegen Gerlafingen, möge man den Statistiker strafen.
Bleibt die Frage, woher dieser doch eher überraschende Erfolg herrührt. Abwehrmann S.Späti sieht den Grund weniger in der individuellen Klasse denn in einer exzellenten Teamleistung die gesamte Saison über hinweg. Torschütze Kummer ist der gleichen Meinung und glücklich, das letzte Spiel mit einem persönlichen Erfolgserlebnis beendet zu haben. M. Stampfli, Captain der zweiten Mannschaft, relativiert die Frage mit einem nüchternen “nid schlächt” und Trainer Graf fügt an, dass ihn den Erfolg zwar mit Stolz erfülle, über den Winter aber weiterhin akribisch gearbeitet werden muss.
Mich persönlich erstaunt die Konstanz und die mentale Stärke der Mannschaft. Nie war man merklich überlegen, nie unterlegen, nahezu alle Spiele gestalteten sich ausgeglichen, und doch gewann man mit Ausnahme des Lapsus in Leuzigen alle engen Spiele. Dies kann nicht alleinig mit Wettkampfglück oder konditionellen Vorteilen erklärt werden. Oftmals vermochte man nach der Pause aufzudrehen und brachte die Führung über die Zeit, mit dem Wissen im Unterbewusstsein, als Sieger vom Platz zu gehen. Eine Eigenschaft, die eher untypisch für eine solch junge Equipe (Durchschnittsalter ca. 21) ist. Ein sicherer Rückhalt im Tor, eine solide, gereifte Abwehr, taktisch clevere Mittelfeldleuten und ein effizienter Angriff ergeben eine erfolgsversprechende Mischung. Einen grossen Anteil haben aber auch die Leute, die nicht oft von Beginn auf dem Feld gestanden haben, dies stets akzeptiert und der Mannschaft nach ihrer Einwechslung mit tadellosen Leistungen geholfen haben.
Show must go on!
FC Fulgor Grenchen – HSV Halten
26. Oktober 2010 um 11:25 | Veröffentlicht in Matchberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Fulgor, Fussball, Grenchen, HSV
Der HSV reiste erstmals als Tabellenführer und dementsprechend selbstbewusst an ein Spiel. Dass Selbstbewusstsein sich in Unkonzentriertheit und Lethargie manifestieren sollte, war sicherlich nicht Plan des Haltner Trainerstabs. Die Grenchner kamen schon in der ersten Minute frei vor dem Torhüter zum Abschluss. Entgegen dem Spielverlauf führte der HSV schnell einmal mit 2 Toren Vorsprung. Ross konnte zweimal reüssieren, indem er die unsicheren Verteidiger unter Druck setzte, ihnen die Kugel abluchste und eiskalt einnetzte. Die beiden Tore im Rücken änderten nichts an der Tatsache, dass Grenchen die bessere Mannschaft blieb und immer wieder gefährlich zum Abschluss kam. Dabei machten es ihnen die Haltner auch gar einfach. Die Verteidigungslinie versuchte hoch zu stehen und den Gegner weit von ihrem Tor weg zu halten, leider ist dies nur bei einem funktionierenden Abwehrkollektiv, bei dem alle zur selben Zeit aufrücken und dem Gegner somit keinen Raum lassen, von Erfolg. Das katastrophale Defensivverhalten führte in der 21. Spielminute zum verdienten Anschlusstreffer der Hausherren, Halten rückt raus, Stampfli pennt und 3 (!) Grenchner laufen mit stoischer Ruhe auf das Haltner Gehäuse zu. Einzig Frey mit einem Lattentreffer aus der Distanz setzte ein kleines Ausrufezeichen in die andere Richtung. Der Ausgleich kurz vor dem Pausenpfiff war ebenso logisch wie verdient. Es war einzig den starken Paraden von Schlussmann Kissling und dem Unvermögen der Gastgeber zuzuschreiben, dass das Ergebnis ausgeglichen war.
Trainer Graf reagierte zur Pause und brachte T.Späti für den inexistenten Summermatter. Schon 3 Minuten später tauchte eben jener Späti, mittlerweile der Dritte seiner Zunft auf dem Rasen, nach einer Unachtsamkeit der Grenchner Abwehr alleine vor dem gegnerischen Torhüter auf, agierte aber zu zögerlich und vergab diese exzellente Gelegenheit. Ein paar Minuten später machte er es besser, als er eine ähnliche Situation zur 3:2 Führung abschloss. Die Gäste vom Spiegelberg wurden danach besser, Kummer und schon wieder T.Späti verpassten das 4:2. So kam es wie es wie es kommen musste, Grenchen gelang der Ausgleich. Zanetti bugsierte das Leder nach einem Eckstoss unglücklich ins eigene Tor. Graf reagierte und brachte Hodler für Winter. Sein Händchen sollte sich erneut als golden erweisen, Hodler erzielte nur 4 Minuten nach seiner Einwechslung den Siegestreffer, als ihn Zanetti mit einer messerscharfen Flanke mustergültig bediente und er nur noch einnicken brauchte. Danach wurde das Spiel giftig, die Grenchner zweifelten in Folge jede Entscheidung des Schiedsrichters an und versuchten ihn mittels Beschimpfungen und Beleidigungen umzustimmen, immer ein probates wie primitives Mittel. Es war bis zum Schluss eine Zitterpartie, Halten verliess das mittlerweile dunkle, ohne Flutlicht ausgestattete Feld (Anspielzeit?) als Sieger.
Grenchen war die bessere Mannschaft, Halten obsiegte. Vielleicht stehen sie auch deshalb in der zwischenzeitlichen Punkteabrechnung ganz oben, weil sie enge und umkämpfte Spiele nun für sich entscheiden, nachdem sie diese zu Saisonbeginn noch aus der Hand gegeben haben (Leuzigen, Gerlafingen), weil sie das entscheidenden Quäntchen Glück auf ihre Seite zwingen (bringt mir das Phrasenschwein).
Grenchen zeigte sich wieder einmal als übler Gastgeber. Auf dem Spielfeld wurde geschimpft, gedroht, lamentiert sowie mit kindischen bis unfairen Methoden versucht, das Spiel zu beeinflussen. Ausserhalb des Feldes wurde der tadellose Schiedsrichter aufs übelste beschimpft, aber das kennen wir ja bereits. Werte wie Respekt, Anstand und Fairplay werden anders als in den Statuten des FC Fulgor (…Auf dem Spielfeld ist jedes unsportliche Benehmen gegenüber dem Schiedsrichter, den Spielern und Zuschauern verboten…) nicht gerade hoch gehalten. Dass der Schiedsrichter in diesem Spiel lediglich 2 gelbe Karten zeigte, ist ihm hoch anzurechnen. Ja, in dieser Beziehung zeigte Grenchen wahrlich keinen Fulgor (ital. für Glanz).
FC Bellach – HSV Halten
11. Oktober 2010 um 21:16 | Veröffentlicht in Matchberichte | 1 KommentarSchlagwörter: Bellach, Fussball, Halten, Oktober, Sonntag
10.10.10, 10:00 Uhr, Sonntag, Zweiter gegen Zweitletzter, Blau-Weiss empfängt Rot, Agglomerationsverein fordert Provinzklub. Die sportliche Antezedenz spricht klar für die Gäste, die mit breiter Brust und vier Siegen in Serie im Gepäck anreisen. Anders die Hausherren, bei denen bis dato gerade ein mickriger Sieg zu Buche stand.
Peng! Peng! Die Gäste wähnten sich noch kaum auf dem Feld, schon hatte es hinter ihnen zweimal eingeschlagen. Ein nicht perfekter, aber doch nicht einfach haltbarer Freistoss aus geschätzten zwanzig Metern und eine galante Passstaffete mit krönendem Abschluss in Einklang mit Desorientierung des Haltner Abwehrkollektivs liessen die Gastgeber früh in Führung gehen. Reaktion? Die beiden Stürmer Ross und J. Ernst kamen, obwohl von ihren Kumpanen nicht grossartig unterstützt, doch zu der einen oder anderen vielversprechenden Torszene, sündigten aber im Abschluss. Ein Befreiungsschlag der Abwehr, die Schnelligkeit von Ross und ein eher dummes Foul eines heimischen Verteidigers ermöglichten Kastrati den Anschlusstreffer vom Elfmeterpunkt aus. Schnelle Bälle in die Spitze schienen also das erfolgversprechende Mittel gegen Bellach zu sein. Dummerweise fokussierte man sich zu sehr auf diese eine taktische Angriffsüberlegung, Varianz ein Fremdwort (semantisch wie kontextuell).
Auf Kritik an der Serviceform der Pausenverpflegung im Matchbericht des hiesigen Frühjahrs liess sich die Wirtin etwas eher Ungewöhnliches einfallen und stellte den Pausentee wie versprochen in Champagnergläsern zum Abholen bereit. Der HSV bedankt sich herzlich für diese spezielle Aktion!
Wer in der zweiten Hälfte ein offensives Feuerwerk seitens der Gäste erwartete, dem mag gesunder Optimismus attestiert sein, mit der Realität hatte es wenig gemein. Die Haltner waren zwar keineswegs die schlechtere, aber auch nicht die bessere Equipe. Die Fehlpassquote war weiterhin haarsträubend hoch, erkämpfte Bälle wurden auf einfachste Weise dem Gegner wieder in die Füsse gespielt, mitten in der Angriffsauslösung. Jeder nur minim Sachverständige kennt dessen Folge; Konter. Bellachs Unvermögen diese Situation zählbar auszunutzen war das Glück der Haltner. Zudem machte Kissling als Einziger einen souveränen Job, der Kasten blieb rein. Derjenige auf der Gegenseite leider auch, arithmetisch gesehen ergibt eine Addition mit Null dasselbe wie gar keine Operation, kurz: Bellach gewann 2:1. Verdient? Ja.
An der Leistung des Schiedsrichters ist diese Niederlage sicherlich nicht aufzuhängen. Etwas gar schnell wurde der gelbe Karton gezückt, sonst handelte der junge Unparteiische nach bestem Wissen und Gewissen. Man sollte Menschen, die ihren Sonntag Morgen dafür hergeben, anderen ihr Hobby zu ermöglichen, grundsätzlich ein wenig mehr respektieren, nur allzu oft herrscht aber ein Klima des Lamentierens, der Besserwisserei und und des Missmuts vor. Direktinvolvierte tragen doch zu oft eine Brille voreiliger Subjektivität, sodass Entscheide zu Gunsten und Ungunsten ihrer Selbst nicht mit der gleichen Gewichtung im Gedächtnis Aufnahme finden.
Der langen Rede kurzer Sinn, der HSV muss sich an der eigenen Nase nehmen, man hat nicht gegen einen übermächtigen Gegner verloren. Liess man sich durch die Aussicht auf die Tabellenführung– der direkte Konkurrent Gerlafingen spielte nur Remis – etwa ein wenig vom Platz an der Sonne blenden, war man sich seiner Sache zu sicher? Es gilt Antworten zu finden, niemand geht zweimal nach Waterloo.
Bildquelle: www.fcbellach.ch
HSV Halten – FC Iliria Solothurn
13. August 2010 um 11:47 | Veröffentlicht in Matchberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Albaner, Cup, Halten, Solothurn
Zwei Teams unterschiedlicher Ligazugehörigkeit spielen gegeneinander, dies lässt auf ein Freundschafts- oder ein Cupspiel schliessen. Letzteres ist der Fall, Cuprunde, für den HSV meist ein Nebenkriegsschauplatz, da man die letzten Jahre nie über die erste Runde hinaus kam. Im letzten Jahr zog man sogar gegen den Fünftligist Niedergösgen den Kürzeren.
Vom Klassenunterschied bemerkte auch der aufmerksamste Zuschauer nichts, Halten war zu Beginn das bessere Team. Bestechend sicher in der Abwehr, ansprechend organisiert und geordnete Ballstafetten mit wenigen Berührungen waren auszumachen. So verzeichneten die Hausherren immer wieder einmal die eine oder andere vielversprechende Torszene, wovon allerdings keine das Prädikat einer 100%-Chance verdient. Aus dem Nichts und dem Strom des Spielverlaufs entgegenschwimmend ging der FC Iliria in Führung. Ein satter Schuss eines Gegners mit zu viel Freiheiten und das Tornetz machte die erste Bekanntschaft mit der Lederkugel. Der HSV reagierte nicht gerade clever, er stellte den bis anhin geschmeidigen Spielbetrieb ein und zog sich viel zu weit zurück. In der Defensive war man zwar in der Überzahl, die primäre Angriffsmassnahme der Gäste, den langen Ball konnte man so allerdings nicht verhindert, die Stürmer waren zu sehr auf sich alleine gestellt, um wirklich Druck ausüben zu können. Dementsprechend fiel das zweite Tor zu Gunsten der Albaner nach einem weiten Zuspiel, das der Angreifer eiskalt verwertete.
Übungsleiter Graf mahnte beim Pausetee, die Fehlpassquote müsse unbedingt reduziert werden, zu viel Kraft gehe bei einer mühsamen Balleroberung gefolgt von einem Fehlzuspiel verloren. Höher (als ganze Mannschaft weiter vorne) stehen war die andere Devise.
Der Effekt der viertelstündigen Erholungspause war nur minim sichtbar, Halten war das leichte bessere Team, Solothurn machte die Tore. Kurz nach dem Seitenwechsel hiess es 3:0. Mut machte der Anschlusstreffer von Hohl. Über mehrere Umwege und Berührungen des Gegners landete ein Ernst-Corner vor seinen Füssen. Wenige Minuten später stellte Iliria den alten Abstand wieder her, nach einem Eckball reagierte ihr Spieler schneller als die unsrigen und drosch den Ball aus kurzer Distanz in die Maschen. D. Ernst vermochte kurz darauf nochmals zu verkürzen, als er einen vom Torhüter abgeprallten Schuss seines Bruders verwertete. Doch ewig grüsst das Murmeltier, nur wenig später klingelte es wieder auf der anderen Seite. Ein langer Ball in die Spitze, mangelhafte Kommunikation in der Hintermannschaft und die Gäste erzielten den fünften Treffer. Minuten vor dem Schlusspfiff krönte der Jonas Ernst seine gute Leistung mit dem dritten Tor der Hausherren.
Das Spiel wurde in der zweiten Spielhälfte giftiger, den traurigen Höhepunkt setzte dabei ein Solothurner Verteidiger, als er nach einem verlorenen Zweikampf Schläfli ins Gesicht schlug. Der Schiedsrichter, der ansonsten eine ordentliche Partie machte, sah dies zwar, aber hat den Mut nicht besessen, den Spieler des Feldes zu verweisen. Ohrschmuck, zu wenig Abstand bei Freistössen, bei Auswechslungen zu früh ins Feld laufen, bei solchen Situationen springen die Karten aus der Brusttasche wie das Brot aus dem Toaster, bei Tätlichkeiten nicht. Sattelfeste Regelkenntnisse sind, um es einmal in der Sprache eines Mathematikers auszudrücken, notwendig, aber nicht hinreichend. Entscheidend ist immer das Verhalten auf dem Feld, und dort hat uns der Unparteiische keinen Dienst erwiesen. Ebenso nicht beim annulierten Tor von D.Ernst wegen Abseits, eine Entscheidung die aber wohl richtig war. Grundsätzlich machte der FC Iliria nicht den Eindruck, sich den Gedanken des Fairplays auf die Fahne geschrieben zu haben, schade. Mit der Niederlage des HSV hat es aber nichts gemein, der FC Iliria war nicht die bessere, aber die treffsicherere Mannschaft. Nur das zählt am Ende (Kling, 5-Euro ins Phrasenschwein).
Rüttenen-HSV 3:1 (2:0)
30. Mai 2010 um 16:42 | Veröffentlicht in Matchberichte | 1 KommentarSchlagwörter: Lars Ricken, Rüttenen
Rüttenen ist neben Lommiswil der einzige Verein, bei dem der Spielort und die Umziehmöglichkeiten örtlich nicht identisch sind. Ein schmucker Kiesweg entlang eines malerischen Bächleins verbindet die beiden Orte. Generell mutet ein Auswärtsspiel in der nördlichen Solothurner Nachbargemeinde immer sehr naturverbunden an, das Spielfeld ist der einzige grössere ebene Fleck Erde am Fusse der ersten Jurakette, eingeklemmt zwischen schroffen Kalkfelsen und Mischwald. Der soeben erwähnte kleine Bach begleitet auch das Fussballfeld an dessen längeren Seite. Schön!
Weniger schön aus der Perspektive der Gäste war der Beginn des Spiels, die Haltner gerieten schon früh in Rückstand. Der Verfasser des Berichtes stützt sich bei seinen Ausführungen der ersten halben Stunde auf mündliche Überlieferungen seiner Mitspieler, da er erst später eintraf. Verpasst hatte er aber mit Ausnahme des Führungstreffers der Rüttener nichts, es war ein schwaches Spiel. Kurz vor der Pause erhöhten die Hausherren ihr Torkonto um eine Einheit, eine Verkettung äusserst unglücklicher Umstände machten es dem Angreifer leicht. Die Offensivabteilung der Gäste war nahezu inexistent, einziger Aufreger war Rhyners Risswunde am Kinn, welche mit 6 Stichen genäht werden musste.
Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. Der soeben eingewechselte Hohl brauchte gerade einmal 5 Sekunden für das wohl schnellste Joker-Tor der HSV-Historie. Er erkämpfte sich nach des Gegners Anspiel die Kugel, liess den letzten Verteidiger aussteigen und schob mit seinem schwächeren linken Fuss gekonnt in die Ecke. Der Torschütze sorgte weiter für Unruhe in der Rüttener Hintermannschaft, kurz darauf wurde er für jeden sichtbar im Strafraum zu Fall gebracht, als er clever den Laufweg seines Verfolgers kreuzte. Ok, einer hatte es nicht gesehen, dummerweise derjenige mit der alleinigen Entscheidungskompetenz über die Elfmeterfrage. Danach stellten die Gäste den Spielbetrieb mehr oder weniger ein, Fehlpässe, hohe Bälle auf die kleinen Stürmer und mangelnde Einsatzbereitschaft spielten in die Karten der Rüttener. Kurz vor Schluss erzielte der Jüngste (geschätzter Jahrgang 1995) auf dem Feld noch das 3:1. Er tat das, was Gerd Müller seine Karriere lang ausgezeichnet hatte, er stand zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Fussball ist relativ, man braucht nicht absolut gut zu sein, sondern nur relativ zu seinem Gegner besser. Das war das Glück der Rüttener, ihnen reichte eine relativ schwache Leistung zum Sieg.
FC Bellach – HSV Halten 4:1 (0:0)
30. April 2010 um 09:20 | Veröffentlicht in Matchberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Bellach
Die zweite Mannschaft von Bellach, der urbanen Agglomerationsgemeinde nahe der pulsierenden Hauptstadtmetropole des Kantons Solothurn, empfängt den HSV Halten, ein Käffchen zwischen Landwirtschaft, Autobahn und Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke. Vorstadthektik trifft auf ländliche Gelassenheit. Es ist Donnerstag Abend, das Wochenende naht, aber unweigerlich auch der darauf folgende Montag. In dieser Hinsicht ist der Donnerstag ein gesegneter Tag, und immer geeignet für ein weiteres Kapitel hochstehenden Regionalfussballs.
Wer aufgrund der geographisch-anthropologischen Voraussetzungen ein David-Goliath Duell vermutet, der irrt. Immerhin reist der HSV, dessen Name nichts mit demjenigen der Halfinalspezialisten aus Hamburg gemein hat, als Drittplatzierter an, wogegen die Bellacher in der Tabelle nur nach oben schauen konnten. Doch Obacht, mit dem starken Fanionteam besitzt Bellach eine nicht zu unterschätzende Trumpfkarte im Ärmel.
Nach einem überaus ariden April besass der Boden etwa die gleiche Konsistenz wie die Zufahrtsstrasse, dies nebenbei.
Trainer Affolter setzte auf sein bewährtes System mit einer Handvoll Spätis im Defensivbereich. Die beiden Teams neutralisierten sich lange Zeit, ein interessanter fussballerischer Disput auf Augenhöhe. Der HSV begann langsam, Oberwasser zu kriegen und entschied entscheidende Zweikämpfe im Mittelfeld zunehmend für sich. Nach rund einer halben Stunde Spielzeit sah sich Hohl mit seiner allerersten Ballberührung alleine vor dem Torhüter, er liess diese gute Möglichkeit ungenutzt. Bis zum Pausentee (sehr unkreativ in einem Putzeimer serviert) vermochten auch Rhyner und Zanetti aus ihren guten Chancen kein Kapital zu schlagen.
Der Trainer gab ein treffendes Résumée zur Pause, man war der verstärkten Bellacher Truppe keinesfalls unterlegen und spielte beachtlich gut mit. Die Devise für den zweiten Umgang war klar, weiter so!
Manchmal passiert es, dass sich die in der Pause gefassten Vorsätze als Schall und Rauch erweisen, alle erfolgsversprechenden Intentionen sich in Luft auflösen. Kaum wiederangepfiffen, musste Schlussmann Kissling, der wie so oft ein sicherer Rückhalt war, hinter sich greiffen. Ein weiter Ball, clevere Angreifer, inkonsequentes Zweikampfverhalten und schon zappelte das Leder im Netz. Die vier Treffer des Heimteams glichen sich.
Die Schuldfrage an der Defensivabteilung aufzuhängen ist aber sicherlich der falsche Ansatz. Zum einen, weil Fussball ein Mannschaftssport ist und zusammen gewonnen wie verloren wird. Zum anderen weil auch die Haltner Angriffsbemühungen in der zweiten Halbzeit träger, unkoordinierter und ideenloser wirkten und zunehmend in der engmaschigen Bellacher Verteidigung hängen blieben.
Den Schlusspunkt setzte Schnyder, der von seinen Mitspielern seiner Ähnlichkeit mit einem Stürmer aus der Beatles-Stadt wegen nur noch bei seinem Übernamen genannt wird, mit dem Ehrentreffer. Zanetti, der nebenbei erwähnt ein starkes Spiel ablieferte, bediente ihn mustergültig von der Seite. Schnyder brachte es gar fertig, aus fünf Metern den Torwart zu treffen, ehe die Kugel hinter die Linie kullerte.
Bitter; eine kämpferisch wie spielerisch (!) gute Leistung, ein starker Gegener war aber in den entscheidenden Situationen ein wenig schneller, cleverer und kaltschnäuziger.
Pascal Hohl,
Pressechef HSV Halten
HSV Halten – FC Gerlafingen
27. September 2009 um 18:40 | Veröffentlicht in Matchberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Gerlafingen, Halten
Punktekonto plus 3
Die Haltner sicherten sich im Derby gegen Gerlafingen weitere 3 Punkte, weil sie über die gesamte Spieldauer die bessere und cleverere Mannschaft waren, ohne dabei zu glänzen.
Nach beidseitig verhaltenem Beginn kamen die Hausherren in Person von Bessire zur ersten dicken Chance, dieser vergab aber mit dem Kopf aus ausichtsreichster Position. Halten wurde immer wieder über die Seiten gefährlich, konnte aber die Flanken selten verwerten. Nach einer feiner Einzelleistung von Ross auf der Seite schloss Kummer dessen Hereingabe mit etwas Glück zur Führung ab.
Nach dem Seitenwechsel blieb der HSV die bestimmende Mannschaft. Hohl vergab zwei gute Möglichkeiten. Danach wurde Gerlafingen etwas stärker, doch die HSV-Abwehr unter Regie von Späti Alex hielt dem Druck ohne gröbere Probleme stand. Nach einem Pfostenschuss von Frey trug sich Kummer erneut in die Torschützenliste ein, indem er den Abpraller mühelos verwertete.
HSV Halten – FC Gerlafingen 2:0 (1:0)
Spiegelberg: 59 Zuschauer
Tore: 37. Kummer 1:0, 72. Kummer 2:0
HSV: Winistörfer – T.Späti (30.M.Stampfli), A.Späti, S.Späti, Zanetti – Frey (75. Winter), Kummer, Bätzi, Ross(75.Landmesser) – Bessire (55.L.Stampfli), Wüthrich (30.Hohl/75.Rüegsegger)
Bemerkungen: HSV ohne Freiburghaus, Lavoyer (beide verletzt), Kissling (Militär), Kurt (Ausland)
SC Blustavia – HSV Halten
10. August 2009 um 14:43 | Veröffentlicht in Matchberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Blustavia, Solothurn
Testspiele sind wie in deren Namen angetönt dazu da, den Ernstkampf zu simulieren und bieten Gelegenheit, Dinge auszuprobieren und sich unter Wettkampfbedingungen innerhalb der Mannschaft aneinander zu gewöhnen. Eine Besonderheit stellte der Kunstrasen als Unterlage dar, für die meisten Neuland und deshalb anfangs gewöhnungsbedürftig.
Mit Blustavias dritter Mannschaft und dem HSV standen sich zwei ebenbürtige Mannschaften gegenüber. Die Hausherren hatte über die gesamte Partie hinweg betrachtet mehr vom Spiel, waren aber nicht zwingend gefährlicher. Die Gäste vom Spiegelberghügel waren meisterhaft effizient, machten aus zwei halben Chancen zwei Tore. Nach einer Unachtsamkeit der sonst soliden HSV-Defensivabteilung fiel der Anschlusstreffer, mehr als Resultatkosmetik war dies allerdings nicht.
SC Blustavia – HSV Halten 1:2 (0:0)
Tore: 70. Rhyner 0:1, 83. Weber 0:2, 84. Roubia 1:2
HSV Halten: Zumsteg – C. Gugelmann, Küno (A.Gugelmann), C. Hohl, P. Hohl – Blaser (Flury), Stampfli, Bühlmann (Fridli), Krebs (Steiner) – Rhyner, Weber
SC Blustavia Solothurn: Amerzin – Macagnino, Kümin, B. Müller, Wertli – Roubia, Burki, Buchmüller, von Sury – E. Yildirim, D. Manganiello – Eingewechselt: Feder, Allemann
P.S. Kleiner Viedeozusammenschnitt von Blusti-TV.
HSV Halten – FC Subingen
15. Juni 2009 um 20:56 | Veröffentlicht in Matchberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Drüüü, Subingen
Ein Spiel bei dem es sportlich gesehen um rein nichts mehr geht und alle sich trotzdem darauf freuen wie kleine Kinder, das riecht verdächtnig nach Derby. Das ewige Duell zwischen den Spiegelberg-Zauberern und den FCS-Magiern ging in eine neue Runde. Im Hinspiel behielt der HSV die Oberhand und gewann verdient mit 2:1. Aufgrund der Tabellensituation waren die Haltner zu favorisieren, doch wie Cupspiele haben auch Nachbarschaftsderbys so ihre eigenen Gesetze.
Auch diesmal deutete alles auf ein ausgeglichenes Spiel hin, beide Equipen schenkten sich von Beginn weg nichts. Hinzu kamen schwierige äussere Bedingungen, Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit machten den Spielern zu schaffen. Die Gastgeber erwischten den etwas besseren Start und gingen durch Nachwuchsspieler Wälchli in Führung. Diese währte jedoch nur kurz, bis die Subinger ein Zuordnungsproblem der Haltner Abwehrreihe ausnutzten und ausglichen. Schon bald bekam der Schiedsrichter die ersten Anfragen, wie lange es denn noch bis zur Pause daure. Viele Spieler hatte denselben Gesichtsausdruck wie der eines Beduinen nach tagelangem Fussmarch durch die Sahara. Kurz vor der Pause erwischte Wälchli die Subinger Hintermannschaft zum zweiten Mal, als er nach Hohls Flankenball zur erneuten Führung einköpfte.
Mit der Führung im Rücken spielt es sich leichter, der HSV kam gestärkt aus der Pause und drückte gleich wieder aufs Gas. Die grösste Chance zum 3:1 hatte Ross, als er nach einer sehenswerten Einzelaktion das Leder ans Lattenkreuz setzte. Wenig später dann der Ausgleichstreffer der Drüüüaner, ein wuchtiger Corner, der Kopf an der richtigen Stelle, voilà! Danach wirkte der HSV verunsichert und liess markant nach. So gesehen war die erstmalige Subinger Führung keine Überraschung. Ein Vorstoss über die Seite, ein Pass zur Mitte und einer der drei freistehenden Subinger konnte sich die Ecke aussuchen und einschieben. Darauf ging die Ordnung bei den Haltnern vollends den Bach hinunter, eine riesige Lücke zwischen Sturm und Abwehr entstand. Die Drüüaner nutzten dies clever aus und brachten mit dem vierten Treffer den Sieg ins Trockene.
1980 Minuten Spielzeit, 39 Punkte erspielt, 26 verschiedene Spieler eingesetzt, 12 Siege eingefahren, 5 Niederlagen und 3 Unentschieden, ergibt den 2. Schlussrang für die 1. Mannschaft. Dies ein paar Eckdaten der Saison 2008/2009. Rückblickend kann man sicherlich von einer erfolgreichen Saison sprechen, einzig der ganz grosse Erfolg mit dem Austieg in die nächsthöhere Spielklasse wurde nicht erreicht. Am Schluss sicherte sich der FC Olympia Iliria Solothurn verdient den Platz an der Sonne. Diese gilt es ebenfalls zu geniessen, um danach wieder voller Elan und Tatendrang in die nächste Saison zu starten.
Ein herzliches Dankeschön gilt den Zuschauern, die uns bei Wind und Wetter immer tatkräftig unterstützt haben und auch keine weiten Wege an die Auswärtsspiele gescheut haben! Merci!
HSV Halten – FC Subingen 2:4 (2:1)
Spiegelberg: 104 Zuschauer
Tore: 23. Wälchli, 34. FCS, 41. Wälchli, 60. FCS, 72. FCS, 85. FCS
HSV Halten: Spichiger (70. Kissling) – Kurt, S.Späti, T.Späti (S.Lavoyer), Zanetti – M.Stampfli (70. L.Stampfli), Y.Lavoyer, Ross (60. Roth), Wälchli (80. Graf) – Winter (40. Ernst), Hohl
Strafen: Ross (Foul)
Bemerkungen: HSV ohne Kummer (Militär), A.Späti, Frey, Schnyder, Bessire (alle verletzt), Freiburghaus (Arbeit); Spichiger mit seiner letzten Partie für den HSV (Merci Role!!!)
FC Niederbipp – HSV Halten
7. Juni 2009 um 19:38 | Veröffentlicht in Matchberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Niederbipp
Desolat! Hart aber durchaus zutreffend dieser Ausdruck für die Leistung der Haltner an diesem Sonntag Nachmittag. Uninspiriert, träge, mut-, kraft- und ideenlos. Diese gefährliche Mischung mit gepaart mit einer haarsträubenden Fehlpassquote, so das Rezept für den HSV.
Katastrophal war die erste Spielhälfte, als der HSV mit den Windböen im Rücken antreten konnte, wovon die Zuschauer hinter den Glasscheiben des Clubhauses allerdings nichts mitbekamen. Man hätte der Meinung sein könnten, es wäre verkehrt herum. So waren es die Gastgeber, die das Spieldiktat an sich rissen und den HSV in dessen eigene Platzhälfte zurückdrängten. Die Bipper waren vor allem im Mittelfeld eindeutig präsenter und liessen so die Angriffsbemühungen der Gäste früh im Keim ersticken. Ganze 25 Minuten dauerte es, bis der HSV der erste Torschuss gelang, passend verfehlte dieser das Ziel um mehrere Meter. Die Hausherren waren zwar optische eindeutig überlegen, vermochten dies jedoch kaum in grossartige Torszenen oder gar Torerfolge umzumünzen.
Nach dem Pausentee reagierte der HSV gleich mit drei neuen Spielern und fand prompt besser ins Spiel. Kurz darauf der Führungstreffer der Bipper. Danach war es um den HSV beinahe schon geschehen. Das 2:0 nach einem Freistoss aus kurzer Distanz machte jegliche Diskussionen über den Spielausgang endgültig obsolet. Als Matthias “Möller” Stampfli die minimale Chance auf eine Wende mittels kläglich verschossenem Foulelmeter zunichte machte, folgte die Strafe auf dem Fuss. Strafstoss für Niederbipp. Dass dieser Entscheid völlig aus der Luft gegriffen war schien kurz vor dem Ende niemanden mehr zu stören.
Eine hoch verdiente Niederlage und wohl die schlechteste Leistung der Saison. Was soll man mehr dazu sagen? Wichtig ist der Blick in die nahe Zukunft, hierzu ein passendes Zitat von Alex Frei nach der Niederlage im Eröffnungsspiel der Euro 08:
Manchmal fällt man hin im Leben. Und man kann liegenbleiben – oder kämpfen und wieder aufstehen. Und Champions stehen wieder auf!
Genau dies muss auch das Motto für das Haltner Fanionteam sein: Aufstehen und mit einem Erfolgserlebnis im Derby gegen Subingen die Saison abschliessen.
FC Niederbipp – HSV Halten 3:0 (0:0)
Niederfeld: 50 Zuschauer
Tore: 65. FCN 1:0, 76. FCN 2:0, 88. FCN 3:0
HSV Halten: Kissling – Kurt, A.Späti, S.Späti, Zanetti – Stampfli, Frey (40. Wälchli), Freiburghaus, Schnyder (40. Hohl) – Winter (45. Wüthrich), Ernst (75. T.Späti)
Strafen: keine
Bemerkungen: HSV ohne Spichiger, Kummer, Ross (abwesend), Lavoyer (krank), Bessire (verletzt).
FC Wiedlisbach – HSV Halten 1:0 (0:0)
3. Mai 2009 um 12:57 | Veröffentlicht in Matchberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: HSV
Wiedlisbach stoppt HSV-Siegesserie
Mit breiter Brust reiste man als Tabellenführer nach Wiedlisbach. Nach einigen Schwierigkeiten bei der Anreise fand man sich in des Gegners Heimat ein und bestaunte erstmals die wunderbaren Platzverhältnisse.
Von Beginn an standen sich zwei ähnlich starke Mannschaften gegenüber, die einander nichts schenkten. Das Spiel war nichts für die Galerie, primär bestimmten Kampf und Fehlzuspiele das Geschehen. Zwar war der FC Wiedlisbach keinesfalls unterlegen, die grossen Torchancen hatte aber der HSV. Ernst und Freiburghaus vergaben aus aussichtsreichster Position. Als die Kugel dann doch einmal die Torlinie überquerte, wurde der Treffer wegen einer Abseitsposition aberkannt. Die Platzherren wurden einzig bei stehenden Bällen gefährlich, ansonsten machte die Defensivabteilung ihre Arbeit tadellos. Die erste Halbzeit kurz auf einen Nenner gebracht war das 0:0 aus Sicht der Haltner eindeutig zu wenig. Es folgte ein Donnerwetter seitens des Trainers in der Kabine.
Wirkung zeigte dies scheinbar wenig. Kurz nach dem Wiederanpfiff musste man den Gegentreffer hinnehmen. Mehrere Haltner unterschätzten einen weiten Ball, was einem heimischen Angreifer den Alleingang auf Kisslings Gehäuse ermöglichte. Mit einem eleganten Heber und ein wenig Hilfe der Latte brachte er das Runde ins Eckige. Danach beschränkten sich die Berner mehrheitlich auf das Verwalten der Führung, standen in griechischer Manier dicht in der eigenen Platzhälfte und liessen den Gegner anrennen. Die Haltner verloren mit zunehmender Spieldauer die Geduld, die Bälle wurden konzeptlos nach vorne gedroschen. Man schnürte den Gegner zwar in dessen Platzhälfte ein, viel Torgefahr ging davon allerdings nicht aus. Aufregung gab es bei einem Handspiel im Strafraum sowie nach einer glasklaren Torchance von Ernst, bei der er den Torhüter umspielte, die nötige Konzentration und Präzision im Abschluss allerdings vermissen liess.
Wahrscheinlich hätte man noch ein paar Stunden weiterspielen können es wäre kein Tor gefallen. Wiedlisbach war nicht die bessere, sondern die effizientere Mannschaft an diesem Tag. Und am Schluss zählt leider immer noch die Anzahl erzielter Tore (3-Euro ins Phrasenschwein). Für Wiedlisbach war es der erste Sieg in diesem Jahr. Für den HSV heisst es abhaken und vorwärts zu blicken, schon nächsten Samstag ist der Verfolger FC Olympia Iliria zu Gast.
FC Wiedlisbach – HSV Halten 0:0 (1:0)
Gerzmatt: 63 Zuschauer
SR: Idin
Tore: 52. FCW
HSV Halten: Kissling – Stampfli, A. Späti (75. Winter), S. Späti, Ross – Frey, Lavoyer, Freiburghaus, Zanetti – Ernst (80. Roth), Hohl (60. Bessire)
Strafen: Ross (Foul)
Bemerkungen: HSV ohne T. Späti (Rotsperre), Gugelmann, Kurt (alle verletzt), Schnyder (nicht eingesetzt), Kummer (abwesend)
Man of the Match: Medizinkoffer (immer da, zuverlässig, meckert nicht)
HSV Halten – Türkischer SC Solothurn
10. April 2009 um 12:05 | Veröffentlicht in Matchberichte | Hinterlasse einen KommentarDer Tag vor dem Karfreitag, die deutschen Urlauber türmen sich vor dem Gotthard-Nordportal, die Priester dieser Welt feilen an ihrer morgigen Predigt, und in Halten wird Fussball gespielt. Genauer das Nachtragsspiel gegen den Türkischen SC Solothurn, den man im Hinspiel im August knapp mit 3:2 besiegen konnte.
Die beiden Mannschaften neutralisierten sich von Beginn an, die beiden Verteidigungslinien waren gut organisiert, kreative Offensivaktionen waren Mangelware. Die erste Halbzeit war geprägt von Kampf, Krampf und einer Reihe von Fehlzuspielen. Aus heiterem Himmel fiel der Führung für die Gäste. Der Haltner vertändelten die Kugel im Mittelfeld, ein Pass in die Tiefe reichte und der Solothurner Angreifer vermochte zum 1:0 einzuschieben.
Nach dem Seitenwechsel wurde der HSV stärker, zu gefährlichen Torszenen kam es nicht wirklich. Umso glücklicher der Ausgleich per Strafstoss, dem ein dummes Foul vorausgegangen war. Freiburghaus schnappte sich das Leder und nutzte seine jahrzehntelange Erfahrung, blieb cool und liess dem Torhüter keine Chance. Die Gastgeber blieben am Drücker, die Türken wirkten etwas verunsichert. Kurze Zeit später erzielte Captain Lavoyer aus einem Strafraumgewühl heraus den Führungstreffer. Die Gäste versuchten noch zu reagieren, lancierten ein paar im Ansatz gefährliche Angriffe, blieben jedoch erfolglos.
Ein optimaler Start in die Frühjahrssaison mit dem Punktemaximum nach 2 Spielen und der Tabellenführung, da Olympia Iliria sein Nachtragsspiel gegen Wangen a. A. verloren hat. Nun gilt es den Blick auf die nächste Partie in Mümliswil zu richten und konzentriert weiterzuarbeiten.
HSV Halten – Türkischer SC Solothurn 2:1 (0:1)
Spiegelberg: 43 Zuschauer
Tore: 38. TSCS, 61. Freiburghaus (FE.), 75. Lavoyer
HSV Halten: Kissling – Stampfli, A. Späti, S.Späti, Ross – Frey (35. Kurt), Schnyder, Zanetti – Lavoyer, Freiburghaus (75. Winter) – Bessire (46. Hohl)
Strafen: TSCS, Zanetti (beide Foul), TSCS, Schnyder (beide Reklamieren)
Bemerkungen: HSV ohne T. Späti (Rotsperre), Ernst (abwesend), Roth, Gugelmann (beide verletzt), Kummer (Militär)
Man of the Match: Späti Simon
HSV Halten – FC Zuchwil 9:0 (4:0)
6. April 2009 um 10:05 | Veröffentlicht in Matchberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: HSV
Nach der witterungsbedingten Absage des Heimspiels gegen den türkischen SC bestritt man den ersten Ernstkampf gegen die Reservemannschaft des FC Zuchwil. Mit einer intensiven Vorbereitung in den Beinen und guten Testspielresultaten im Rucksack ging man dementsprechend selbstbewusst ans Werk.
Der HSV war von Beginn an die Spielbestimmende Mannschaft. Die Führung von Zanetti war zwar glücklich erzielt, aber eine logische Folge der Stärkeverhältnisse beiden Equipen. Zuchwil konnte während den ganzen 90 Minuten keine einzige Torchance verbuchen. Der HSV hatte das Spiel im Griff und schossen in mehr oder weniger gleichen zeitlichen Abständen ihre Tore. Nahezu die ganze Offensivabteilung trug sich in die Torschützenliste ein, die Abwehrspieler wurden nicht allzu sehr gefordert, waren aber stets konzentriert und zur Stelle, wenn sie gebaucht wurden. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass Zanetti zwei seiner drei Tore mit dem “schwächeren” linken Fuss erzielte sowie das sehenswerte 9:0 von Ross, bei dem er einen Freistoss 20 Metern gekonnt in den Torwinkel zirkelte.
Ein faires Spiel bei herrlichem Fussballwetter, bei lediglich die Spannung auf der Strecke blieb.
HSV Halten – FC Zuchwil 9:0 (4:0)
Spiegelberg: 62 Zuschauer
Tore: 7. Zanetti, 25. Ernst, 27. Zanetti, 37. Bessire, 55. Hohl, 67. Lavoyer, 70. Zanetti, 75. Bessire, 85. Ross
HSV Halten: Kissling – Stampfli (46. Kurt), A. Späti, Ross – S. Späti (60. Winter) – Frey, Lavoyer, Freiburghaus (50. Schnyder), Zanetti – Ernst, Bessire (50. Hohl)
Strafen: keine
Bemerkungen: 33. Lavoyer verschiesst Foulelfmeter
Man of the Match: Roger Zanetti
HSV Halten – FC Härkingen
25. März 2009 um 01:24 | Veröffentlicht in Matchberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Fussball, HSV
Das letzte Testspiel, bevor der Ernst der Meisterschaft wieder Einhalt gebietet. Letzte Möglichkeit also, die Formkurve nach oben zu richten sowie mannschaftstaktische Vorgaben aufeinander abzustimmen und zu verfeinern.
Windig
kalt
Schneeregen
Schiedsrichter verspätet
Stimmung gut
neue Ersatzbanken
Anpfiff
Halten rot
Härkingen schwarz
Druck der Gäste
torlos in die Pause
Tee überzuckert
Gegentor
Ausgleich
Eckfahne hält
Führung
Unachtsamkeiten
Eigentor
Niederlage
Handshake
Lichter aus!
HSV Halten – FC Härkingen 2:3 (0:0)
Spiegelberg: 12 Zuschauer
Tore: FCH, Hohl, Matthias Stampfli, FCH, FCH
HSV: Kissling – T.Späti, A.Späti, Kurt, Matthias Stampfli (45. Marcel Stampfli) – Zanetti (45. Wälchli), Schnyder, Freiburghaus, Frey – Ernst, Bessire (45. Hohl)
Bemerkungen: Halten ohne Ross, Roth, Gugelmann, Spichiger (alle verletzt), Lavoyer, S.Späti (abwesend), Winter (Ferien), Kummer, Summermatter (beide Militär)
Man of the Match: Alexander Späti
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