Strongman Run die Zweite
23. März 2012 um 14:13 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Militär, Schlamm, Strongman Run, Thun
Zweite Teilnehme bei der dritten Austragung des Fisherman Strongman Runs auf dem Militärareal in Thun. Soweit nichts Neues, viele Bekloppte, viele Verkleidete, viel Schlamm. Seht selbst:
OAFF 2011
15. August 2011 um 16:46 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Allmend, Deichkind, Doggy, Durst, Frauenfeld, KKS, Kool Savas, Musik, Openair, Siebenschläfer, Snoop Dogg
Frauenfeld, Allmendwiese, alle Jahre wieder sieht man sich, Mitte Juli, es ist Openair-Zeit. Die grösste HipHop-Party Europas liess ich mir auch dieses Jahr nicht entgehen. Mit Cypress Hill, Snoop Dogg oder den Altmeistern vom Wu-Tang Clan waren wieder einige hochkarätige Gäste am Start. Mich persönlich vermochten vor allem die Auftritte von Kool Savas (auf dessen im November erscheinendes Album ich bereits gespannt bin) und Deichkind zu begeistern. Der türkische Rap-Oldie aus der deutschen Hauptstadt servierte dem Publikum seine Audiobiographie mit einem Enthusiasmus sondergleichen und strafte alle Banausen, welche nach dem Snoop-Konzert bereits von dannen zogen. Und die Jungs von Deichkind punkteten einmal mehr mit ihrer irren Lichtshow und ihren verrückten Bühnenideen denn mit ihrem musikalischen Werk.
Ich bin heute etwas schreibfaul, bediene mich deshalb der unendlichen Weiten der Videoplattform Youtube und lasse diese die Veranstaltung in Bildern resümieren. Eine eingermassen passende Zusammenfassung des Openair-Wochenends haben die Jungs von DasDingTV erstellt:
Beim Betrachten mag die berechtigte Frage aufgetaucht sein, ob alle Besucher in diesem Masse geistig limitiert sind. Nun, die Häufigkeit ist erschreckend, zugegeben. Dies tut dem Spass am ganzen Anlass jedoch keinen Abbruch.
Zurück aufs Eis
9. Dezember 2010 um 00:23 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Biel, Eishockey, Fribourg, Gottéron, NHL 11
Vor ziemlich genau 4 Jahren war ich das letzte Mal in einem Eishockeystadion, in der Allmend Arena (damals noch ohne Namensponsor) in Bern. Der SC Bern empfing den HC Davos, Spitzenkampf. Spitzenkampf und ein einziges lächerliches Törchen, ich weiss nicht einmal mehr für wen. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen, ein einziges Tor in einem Eishockeyspiel. Seither habe kein Spiel mehr mit meiner Anwesenheit beglückt.
Bis letzten Samstag, die Affiche hiess EHC Biel – HC Fribourg Gottéron. “C’est Gottéron qui vaaaaaaaaaa gagner”, so die Schlachtgesänge der Gästefans, in deren Sektor ich mich aufgrund der Präferenz meiner Kollegen wiederfand. Sie sollten sich irren, was aber menschlich ist. Zwar gingen die Westschweizer schon nach 30 Sekunden in Führung, gegen den Schluss verspielten sie eine 2:0 Führung noch in der Overtime. Lange Zeit sah es aber nach einem Deja-vu aus, der 1:0 Zustand hielt etwa 40 Minuten. Ich malte mir schon Verschwörungstheorien aus und rief innerlich zu einem persönlichen Boykott dieser Sportart auf.
Ich muss mehr Hockeyspiele schauen gehen, den späten Toren der Bieler Jungs sei Dank. Vielleich nicht gerade in Biel, deren Halle nicht gerade als Tollhaus bezeichnet werden kann. Aber immerhin habe ich dank dem Videospiel NHL 11 (neben Fifa das einzige, das ich einigermassen beherrsche) doch einigermassen akzeptable Kenntnisse des Regelwerks, dies ist nie eine schlechte Voraussetzung für einen Zuschauer.
Hamburg
24. November 2010 um 06:57 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | 2 KommentareSchlagwörter: A&O Hostels, Alster, Altona, DB, Deutschland, Elbe, Hafen, Hamburg, Hansestadt, HH, Reeperbahn, St. Pauli
Einmal in Jahr, meist im Herbst nach der Fussballsaison wandle ich mit meinen Kumpels (dieses Wort erfuhr im Zuge des chilenischen Grubenunglücks ja fast schon inflationären Gebrauch) auf kulturellen Pfaden und erkunde an einem Wochenende eine europäische Stadt. Nach Berlin 2008 und Montpellier 2009 sollte heuer Hamburg an der Reihe sein, grossen Einfluss auf die Wahl des Reiseziels hatte der Flugplan einer Billigairline. Inwiefern es krank ist, für 70 CHF nach Hamburg und zurück zu fliegen, bleibe dahingestellt, ebenso inwiefern es sinnvoll ist, dass die Umweltminister dieser Welt allesamt nach Mexiko fliegen und mit leeren Händen (oder Versprechen) zurückreisen.
Was mir nebst Hamburg selbst in Erinnerung bleiben wird ist der Weg von und nach Hamburg. Der Hinflug war eine einzige Achterbahnfahrt, schon nach wenigen Metern Flughöhe sackte die Maschine erstmals ab, die Landung eine abenteuerliche Mixtur aus Windböen und Luftlöchern. Der Rückflug war noch spannender, mit der deutschen Bahn, Flug verpasst, Baustelle im S-Bahn-Netz. Immerhin sieht man so mehr von Deutschland.
Ankunft, Hotelzimmer bezogen, Landungsbrücken (jetzt verstehe ich das Beginner Lied erst), Fisch essen. Arbeitskollege Schwald trumpfte im Vorfeld mit Insidertipps auf und riet mir, das Schanzenviertel zu besuchen. Dummerweise führt der Weg vom Hafen dorthin durch St.Pauli, das ursprüngliche Ziel haben wir nie gesehen. Ja, Pauli hat es in sich. Es scheint, als habe sich die ganze Ausgangs- und Unterhaltungsszene an den paar Häuserzeilen um die Reeperbahn angesiedelt. Neonlicht überall, lachendes und erheitertes Volk säumt die Strasse, dekadent, aber eine 1A Party-Meile.
Ja ohne Pauli wäre Hamburg die Reise wohl nicht wert gewesen, das Stadtzentrum ist zwar nett anzusehen, aber hat den Charme eines Eiswürfels, der Hafen mit seinen Dimensionen ist beeindruckend für Landeier wie uns Schweizer, aber ansonsten hat mich Hamburg nicht sonderlich umgehauen. Irgendetwas haben wir wohl falsch gemacht…
P.S. Berlin und seine Ossi-Ampelmännchen mag witzig sein, aber was soll das bitte schön?![]()
Toscana
29. Juli 2010 um 20:08 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Auto, Cinque Terre, Ferien, Firenze, Italien, Ponte Vecchio, San Gimignano, Siena, Toscana, Volterra
Üblicherweise bei Studierenden im Überfluss vorhanden, sind Ferientage diesen Sommer bei mir aufgrund des Praktikums (an anderer Stelle dazu mehr) eher dünn gesät. Ich nahm deren drei, in Verbindung mit den beiden freien Tagen am Wochenende genug Zeit für einen kleinen Road-Trip in die Toscana mit meiner Freundin. Hier ein kleiner Bericht eines Reisenden.
Tag 1: Kriegstetten – Gotthard – Milano – Bologna – Firenze
Mitten in der Nacht hiess es Leinen los, oder besser Motor meiner gelben Klimperkiste an, um die Stauproblematik am Gotthard zu umschiffen umgehen. Ein Erlebnis war die Parkplatzsuche in Florenz. Rotlichter, Fussgängerstreifen, Sicherheitslinien, Vortrittssignale usw. scheinen dort niemanden zu interessieren. Die beiden linken Spuren müssen nach rechts, die Fahrzeuge der von rechts einbiegenden Strasse müssen auf die linke Seite, alles drängt in die Mitte, hupt, flucht, gestikuliert wild, ein paar Vespas düsen mittendurch, hupend natürlich, bis man schlussendlich dem Nervenzusammenbruch nahe seinen gewünschten Ort erreicht.
Florenz war eine reiche Stadt, man sieht das. Zumindest anhand der Prestigebauten, von denen die meisten auf die Familie Medici zurückgehen. Im Dom ist ein halber Marmorberg verbaut, eine Pracht.
Ansonsten ist Florenz eher schmutzig, eng und chaotisch. Für die üblichen Probleme urbanen Zusammenlebens hat die Stadt trotz langer Geschichte nicht unbedingt die optimalsten Lösungen parat. Und doch, Florenz sollte man einmal gesehen haben!
Tag 2: Firenze – San Gimignano – Volterra – Siena
Der nächste Tag brachte uns noch tiefer ins Herzen der Toskana. San Gimignano ist ein kleines, charmantes Dörfchen mit Häusern in regionsüblichem Steinbaustil, engen Gassen und einer tollen Aussicht über die Zypressenlandschaft des Umlands. Auch hier, Chaos pur, aber charmant. Weiter nach Volterra, dem Städtchen der Twilight-Saga, gelegen auf einem wunderbaren Aussichtspunkt, umgeben von stattlichen Stadtmauern.
Letzte Station des Tages war Siena. Der Dom, ein ähnlicher Marmortempel wie jener in Florenz, und die Piazza …., eine Oase der Gemütlichkeit inmitten des hektischen Treibens der mittelitalienischen Häuserschluchten, bilden die beiden grössten Anziehungspunkte.
Tag 3: Siena – Marina di Massa
Nach zwei Tagen kulturellen Reisens verfolgten wir den eigentlichen Sinn von Ferien, Erholung. Via Empoli und Pisa folgten wir der ligurischen Küste gen Norden in der Hoffnung auf ein Schlafplätzchen dort. Ein schwieriges Unterfangen, wie sich herausstellen sollte, die ganzen Hotels entlang der touristisch ausgeschlachteten Küstenpromenade waren besetzt, so dass ein Zeltplatz für eine Nächtigung genügen musste.
Meine Besuche am Meer nehmen somit ungeahnte Frequenzen an, dreiviertel Jahre nach Montpellier (LINK) lande ich schon wieder in Poseidons salzigem Nass. Schön war es, die sanft ausufernden Wellen verlieren sich am Sandstrand und verwischen nach und nach die Fussabdrücke der Menschen, das Rauschen berieselt die Seele und das Geschrei der Kinder verleiht der Atmosphäre die nötige massentouristische Authentizität.
Tag 4: Marina di Massa – La Spezia – Monterosso al Mare– Genova – Ascona – Kriegstetten
Auf Tipp eines Arbeitskollegen hin besuchten wir am vierten Tag La Spezia und die Dörfer der Cinque Terre (Unesco Weltkulturerbe). Fast schon klischeehaft muten die 5 Dörfer an der felsigen Küste Liguriens an, die See azurblau und bemerkenswert klar. Danach die Heimfahrt via Genua, über die Weiten der oberen Poebene sowie einem kulinarischer Zwischenstopp auf der Piazza in Ascona.
Openair Frauenfeld 2010
29. Juli 2010 um 07:10 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | 1 KommentarSchlagwörter: Australien, Culcha Candela, Detroit, Eminem, Frauenfeld, Hilltop Hoods, Hip-Hop, IAM, Jay-Z, Marseille, Musik, Openair, Rap, Saison 5
So seh’ ich sie wieder, die Allmendwiese in Frauenfeld, ein für Schweizer Verhältnisse grosses Stück unbebautes Land, das sich einmal im Jahr in ein Tollhaus verwandelt. Jeweils Mitte Juli zieht es die Schwergewichte der Hip-Hop Szene ins überschaubare Thurgauer Hauptstädtchen. Mit Eminem gab sich auch noch der letzte Rap-Superstar die Ehre am mittlerweile grössten Hip-Hop-Openair Europas. Und mit Jay-Z gesellte sich ein Weiterer hinzu,gilt er immerhin als der erfolgreichste Vertreter seiner Zunft (bezogen auf Plattenverkäufe).
Aus beruflichen Gründen konnte ich erst am Freitag im Verlaufe des Nachmittags anreisen, der ominös gefährliche Donnerstag fiel also ins Wasser. Wasser, ein rares Gut an diesem Openair-Wochenende, zeitenweise kletterte das Thermometer auf satte 36°. Schattenplätze? Noch rarer. Zum Glück bin ich ein ziemlich sonnenverträglicher Hauttyp, gewisse rot-weiss gefleckte Personen konnten einem schon fast leid tun.
Meinen persönlichen Beginn machte der erfolgreichste Hip-Hop Export Australiens, die Hilltop Hoods. Ja auch der fünfte Kontinent hat seine Kopfnickerszene, nur wurde dies hier lange nicht wahrgenommen. Die Hoods verbinden ihre Art zu rappen mit Einflüssen von Jazz, Soul und Funk. City of Lights, ein Genuss!
Kurz vor Mitternacht kam der von den Massen schon lange herbeigesehnte Moment. Eminem alias Slim Shady alias Marshall Mathers betrat die Bühne, für viele ist er das Nonplusultra, der Branchenkrösus, der vielleicht begabteste Rapper unserer Zeit, ein weisser Antipode in der verständlicherweise dunkelhäutig dominierten Welt der Black Music. Ich zumindest teile diese Ansicht, kaum einer brachte gesellschaftliche Probleme und Phänomene mit mehr Lärm und Präzision zur Sprache. Laut, polternd, aber mit der nötigen Ernsthaftigkeit, begleitet von einer sprachgesanglichen Brillanz und genügend Zynismus. Er versteht es der dekadenten amerikanischen Konsum-Spassgesellschaft den Spiegel vor das Gesicht zu halten, ohne dabei auf seine rüde Ausdrucksweise reduziert zu werden, frei nach “The way I am”. (Natürlich liegt es in der künstlerischen Freiheit des Verfassers, die amerikanische Gesellschaft als dekadent zu titulieren und über die hiesigen soziologischen Probleme grossmütig hinweg-zusehen)
In Frauenfeld tat Eminem das, was alle von ihm erwarteten, er lieferte ein sensationelles Konzert ab, das spätestens nach seiner Oscar gekrönten Film-Hymne lose yourself niemanden mehr kalt liess.
Mein anderes persönliches Highlight war die französische Combo IAM, die Opas des Rap française aus Marseille. Spätestens nach ihrem jugendkritische Song Petit frère haben sie sich auch international einen Namen gemacht. Sie gaben in rund 75 Minuten das Beste ihres 20jährigen Schaffens. Die anbrechende Dunkelheit und Rap-Hymnen wie ça vient de la rue, samurai, empire du côté obscure oder école du micro d’argent liessen die Menge toben. Ich mag das. Je pense pas à demain, parce’que demain c’est loin. Grandioses Konzert!
Die Multikulti-Spasstruppe Culcha Candela war am Samstag ebenfalls am Start. Schwierig, da nicht zu singen und tanzen, live sind sie Hamma. Den Auftritt von Jan Delay habe ich nur peripher mitbekommen, mir hat sein letztes Album Wie Kinder vom Bahnhof Soul nicht gefallen. Grosses Kino bot zum Abschluss Jay-Z. Anders als 2008, als er irgendwie abgelöscht und fade wirkte, verstand er es dieses Mal, das Publikum mitzureissen. Gründe dafür sind sicherlich ein Auftritt am Samstag Abend (statt Sonntag wie beim letzten Mal) und ein absolut mainstreamtaugliches Album Blueprint III, zu grossen Teilen aus Features bestehend, in diesem Frühjahr. Die mit der Silhouette New Yorks beleuchtete Bühne zu Empire State of Mind, Musikgenuss für die Augen.
Sonntag war das Programm aus meiner Sicht nicht berauschend, zudem lag der WM-Final etwas quer im Zeitplan mit der Heimreise, weshalb wir jene vorzogen und den WM-Final zu Hause sahen. Die Stuttgarter Wortakrobaten der Fantastischen Vier hätte ich zwar gerne gesehen, als Trost bleibt die Erinnerung an ihr Konzert zu Beginn der VIEL-Tour 2004 in Berlin.
Das einzige Problem der genial besetzten Line-Ups der letzten beiden Jahre ist die Höhe der Messlatte, die sich die Veranstalter nun selbst gesetzt haben. Wie will man das noch übertreffen? Alles was Rang und Namen hat war in den letzten Jahren auf der Allmend, ich bin gespannt auf 2011. Make some noooooooooise!
Gurtenfestival 2010
19. Juli 2010 um 19:26 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | 3 KommentareSchlagwörter: Amy MacDonalds, Bern, Endo Anaconda, Gurten, Milow, Openair, Stiller Has, The Pelotones, Xavier Rudd
Meine Premiere auf dem Berner Hausberg. 20’000 Menschen für ein Musik Openair auf einen 800 Meter hohen Hügel, verbunden mit einer modernen, aber kleinen Standseilbahn, zu bringen, ist eine wahre logistische Herausforderung. Als Dank für diesen Aufwand bietet sich den Organisatoren und Besuchern eine einzigartige Atmosphäre. Drei Bühnen, eine Zeltstadt, undzählige Fressstände und Partyzelte auf einem beschränkten, von Baumwipfeln gesäumten Platz, eine leicht wellige Topographie, und stets der Blick auf das sanft von der Aare umgarnte Bern nieder.
Ein zwischen Haupt- und Zeltbühne oszillierende (Ausdruck Zaugg) Menge, in dessen Strom man sich ebenfalls hin- und her verschiebt.
Mein persönliches musikalisches Highlight machte den Anfang, Sonntag Morgen 11:30, eine denkbar undankbare Zeit um die schlaftrunkene Menge aus den Startlöchern zu locken. Stiller Has, die perfekte Symbiose zwischen Mani Matter und Jay-Z (Worte des Ansagers) wagten den Versuch. Gewohnt schweissgebadet krächzte Endo Anaconda mit seiner unverwechselbaren Stimme ins Mikrofon, mal nachdenklich und melancholisch, mal laut und fordernd, mal spassig und ironisch, begleitet von seinem genialen musikalischen Pendant Schifer Schafer, der auch bei 30° Hitze und bester Stimmung nicht einen einzigen Gesichtsmuskel bewegt.
Nebst seinen Songs vermag Endo vor allem dazwischen zu überzeugen, mit zynischen und rabenschwarzem Humor.
Anschliessend besuchten wir (meine Freundin begleitete mich) den Auftritt von Xavier Rudd, ein Name, den ich zuvor noch nie gehört habe. Rudd ist einer der bekanntesten australischen Reggea-Künstler, der rockige und landestypische Klänge in seine Songs einfliessen lässt. In Begleitung von zwei afrikanischen Musikern klang^das Ganze ziemlich cool, beeindruckt war ich von Rudd insofern, als dass er Didgeridoo spielend sich selbst am Schlagzeug oder an der Gitarre begleitet. Ansonsten entspricht er dem typischen Bild des weltverbessernden easy-living-Surfer-Boys, der über Sonne, Meer und Marihuana singt.
Ansonsten sahen wir noch die südafrikanische Punk-Band “The Pelotones”, Milow und Amy MacDonalds. Erstere divergieren etwas stark mit meinen Musikpräferenzen, obwohl ich eigentlich diesbezüglich ziemlich offen bin, masse ich mir wegen Voreingenommenheit kein Urteil an. Milow, bekannt wegen seines 50 Cent-Verschnitts von “Ayo Technologie” war ok, seine Musik ist nun einmal nicht wirklich live-geeignet. Amy, das schottische Openair-Darling, gab sich wie gewohnt kühl und zurückhaltend und trällerte mit Gitarre in der Hand ihre Ohrwürmer. Cool fand ich ihre Ballon-Aktion.
Obwohl ich nur am Sonntag zugegen war, erschien mir das Line-Up über das gesamte Openair etwas dürftig, ich fragte mich auch schon, ob es nicht sinnvoller wäre, weniger, dafür aber namhaftere Künstler zu engagieren, und ob es Sinn macht, 3 Bühnen zu betreiben.
Summa summarum Daumen Hoch für den Berner Hausberg!
Studiobesuch SF
6. Juli 2010 um 23:04 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Argentininen, Gilbert Gress, Mexiko, SF, Tevez, TV, Zürich
Anlässlich des Achtelfinales Argentinien-Mexiko wohnten ich und mein Bruder der Aufzeichnung der WM-Übertragung im Fernsehstudio in Zürich bei. Gastgeber Rainer Maria Salzgeber empfing Gilbert Gress, der vor gefühlten 5 Dekaden mit dem FC Strassbourg einmal französischer Meister wurde, sowie Philipp Degen, Schweizer Aussenverteidiger in Diensten des FC Liverpool.
Wir erhielten einen interessanten Einblick in die Welt des Fernsehens. Welche Kamera nimmt wen aus welcher Optik auf, wie wird der ganze Ablauf koordiniert, wie bringt man das fernsehunerfahrene Publikum dazu, im richtigen Moment das Gewünschte zu tun usw. Highlight für jeden Publikumsgast war aber sicherlich, sich einmal selbst im Fernsehen zu sehen.
Das Spiel war unterhaltsam, Tevez’ Führungstreffer sorgte für genügend Gesprächsstoff für die Pausen- und Spielanalyse und Gilbert Gress war auch in Hochform.
Strongman Run
28. März 2010 um 12:00 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Fisherman's Friend, Schlamm, Strongman Run, Thun
16 Kilometer über Stock und Stein und zu allem Übel noch mit 40 Hindernissen. Gräben mit eiskaltem, sumpfigen Wasser von über einem Meter Tiefe, steile Hügel, die man kaum ohne die Hilfe eines Seils überwinden kann, schmale Betonröhren, unwegsames, verwildertes Gebüsch, Schaumbäder, ein beissender Wind, ein Meer von aufeinander geworfenen Autoreifen, durch Kies robben usw.
Die naheliegende Frage, warum sollte man sich das antun? Einen rationalen Grund dafür gibt es nicht. Ich habe es trotzdem getan, ich habe am ersten Fisherman’s Friend Strongman Run in der Schweiz auf dem Panzergelände in Thun teilgenommen. Und es hat wirklich Spass gemacht. Noch einmal zurück in die Sandkastenzeit, herzhaft rein in den Schlamm, ein Gruss an die Waschmaschine.
Bilder gibts hier (nach Startnummer 440 suchen).
Skilager Lenk
24. März 2010 um 12:47 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | 1 KommentarSchlagwörter: Lenk, Schnee, Schule, Simmental, Skilager, Winter
Eine Woche die Universität und die damit verbundene Arbeit (klingt komisch, ist aber so) hinter sich lassen, diese Absenz in den Bergen verbringen und das Ganze mit einem gesellschaftlich sinnvollen Einsatz verbinden, warum nicht? Schön ausgedrückt für eine Woche Leiter in einem Skilager.
Wie bereits zwei Jahre zuvor begleitete ich drei Oberstufenklassen des Oberstufenzentrums Wasseramt Ost in ihrer Schneesportwoche. Auch dieses Mal entschieden sich die Organisatoren für die Lenk im Simmental. Eine Art Sportzentrum war unsere Unterkunft. Freundlichkeit und Gastfreundschaft sind dort sicherlich nicht zuoberst im Leitbild verankert, dafür musste man nicht kochen, abwaschen, Nasszellen reinigen usw.
Mir wurde eine Snowboardergruppe mittlerer Fahrkünste, alles Frauen, zugeteilt. Eine Gruppe schüchterner und eher introvertierter Schülerinnen, die sich als durchaus schwierig erwies, wenn es darum ging, deren Präfenrenzen bezüglich Programm, Pisten, usw. herauszufinden. Im Gegenzug war die Gruppe sehr homogen und angenehm. Komischerweise behielt meine Gruppe die ganze Woche über, was mir durchaus recht war. So hatte ich mein Harem und meinen Frieden.
Meine Meinung zum Skigebiet Adelboden-Lenk habe ich etwas revidieren müssen, vor allem auf der Adelbodner Seite macht es richtig Spass. Allerdings macht die tiefe Höhenlage dem Gebiet im Frühling arg zu schaffen, spätestens ab dem Mittag begannen die Pisten weich zu werden.
Der fast grössere Reiz eines solchen Lagers liegt bei mir jedoch in der Zeit neben der Piste, die je nach Zusammensetzung des Leiterteams ziemlich witzig werden kann. So auch dieses Jahr, Jassen und Schweinereien (als Spiel) waren Trumpf.
Einziges negatives Erlebnis war meine gnadenlose Ignoranz in der Meinung, wegen dem bisschen Sonnenschein auf Schutzcreme zu verzichten. Tags darauf leuchtete meine Birne in alle Richtungen. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Einen ausführlichen Bericht mit einigen Impressionen gibt es auf der Homepage des Schulhauses.
Hey, das geht ab…
24. Februar 2010 um 15:38 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: badenova-Stadion, Hertha BSC Berlin, SC Freiburg
…die Hertha steigt niemals ab, steigt niemals ab!
Lange Zeit sah diese aus dem phantastischen letzten Jahr stammende, umgedichtete Fanhymne nach Wunschdenken aus, nach diesem Spiel ist sie der Realität wieder einen Schritt näher. Aber ganz von vorne:
Sonntag Nachmittag, der SC Freiburg empfing meine Berliner Hertha, Kellerkinder unter sich. Auf der einen Seite der kleine Provinzverein, der sich auf sympathisch kämpferische Weise um den Verbleib in der Bundesliga bemüht. Aufgrund zahlreicher Auf- und Abstiegen wird der SC auch als JoJo-Verein verspottet. Auf der anderen Seite der Hauptstadtklub, bei dem Anspruch und Wirklichkeit wie gewohnt auseinanderklaffen, momentan es bisschen gar weit.
Mit meinen Compadres Pascal, Christian, Franco, Lea und den beiden Nascarella-Brüdern gings auf in den Breisgau. Die Sonne lachte über dem süddeutschen Himmel, wusste sie etwa schon mehr? Das Badenova-Stadion (ehemals Dreisam-Stadion) ist eine kleine, aber schmucke Hütte und bietet etwa 25.000 Zuschauern gedeckten Platz. Wir nisteten uns direkt neben dem Gästesektor ein, wo sich Blau-weisse und Rotschwarze etwa die Waage hielten.
Das Spiel war keine fussballerische Offenbarung. Berlin führt zur Pause nicht unverdient mit zwei Toren Vorsprung, Ramos und Cicero hatten getroffen. Als Cicero nach rund einer Stunde nochmals nachlegte war der Kuchen gegessen, der Mist geführt. Und ich zufrieden.
KSC-Union
10. November 2009 um 20:41 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Eisern, Karlsruhe, KSC, Union Berlin, Wildparkstadion
Am vergangenen Wochenende wohnte ich dem Fussballspiel Karlsruher SC – 1. FC Union Berlin. Der Viertplatzierte gegen den Fünfzehnten der 2. Bundesliga. Wie kommt man als Schweizer dazu, sich dieses Spiel anzusehen, wo doch mit Freiburg, Hoffenheim und Stuttgart Bundesligisten ganz in der Nähe ihre Heimspiele austragen? Die Antwort weiss ich selbst nicht.
Das Spiel endete 3:2 für die Gastgeber. 5 Tore in einem Spiel, was will man mehr, zumal alle Tore auf jenes Tor fielen, hinter welchem wir postiert waren. Drei für Karlsruhe in der ersten Halbzeit, deren zwei für die Berliner in der anderen Halbzeit.
Das Wildparkstadion keine architektonische Meisterleistung, aber ok. Speziell ist die Lage, mitten in einem Wald. Sogar um die Stadionseite zu wechseln muss man durch einen kleinen Waldweg, dezent durch niedergetretenes Laub gekennzeichnet, gehen.
Ich bin immer wieder fasziniert von grossen Menschenmassen, an diesem Tag waren es ca. 17’000 im Wildparkstadion. Selbst primitive Fangesänge wirken elektrisierend. Welche Energie in einer grossen Masse gleich gesinnter Menschen steckt zeigt uns die Geschichte immer wieder, ob positiv oder negativ. Ich fragte mich auch, was bringt jemanden dazu, ein paar hundert Kilometer von Berlin nach Karlsruhe zu fahren, und selbst beim Pausenrückstand von 3:0 bei ein paar wenigen Plusgraden immer noch aus voller Kehle “Eisern Union” zu brüllen. Am Schluss dieselbe Distanz mit einer Niederlage im Gepäck wieder zurück, Fussballfans sind Masochisten.
Montpellier
13. Oktober 2009 um 01:46 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | 1 KommentarSchlagwörter: Frankreich, Meer, Montpellier, Strand
Ein Wochenende ohne Fussball, ein Wochenende ohne den Sport, der mich sonst das ganze Jahr auf Trab hält, als Spieler, als Trainer sowie als Fan. Auf nach Südfrankreich, eine Art Flucht aus dem klammernden Griff von geregelten Tagesabläufen, Computer, Zeitung und der allgemeinen Informationsschwemme, ab nach Montpellier zu meinem Kollegen Dominic, der dort im Sprachaufenthalt weilt. Drei Tage lang kein Gedanke mit einem Zukunftshorizont von mehr als 10 Minuten.
Meinen kleinen ananasfarbigen Flitzer vollgestopft, genügend Musik und Badehose an Board, dem kleinen grünen Schild Bern gefolgt, Röstigraben, frontière, UE, sandwich triangle au premier aire français, bouchon à Lyon et finalement arrivée après six heures et quelques minutes.
Montpellier ist eine durchaus schöne Stadt, wenige Kilometer vom Mittelmeer entfernt. Sehr gepflegtes Stadtzentrum mit einer gelungen Mischung von Alt und Neu. Sonst ist alles wie im Süden üblich; enge Gässchen, Anarchie auf der Strasse, Crêperie hier, Boulanger da, handelnde Araber in ihrem Viertel und mit Digitalkameras bewaffnete Touristen.
Die grösste Freude hatte ich beim Besuch am Strand. Es mag in einer Zeit des billigen Massentourismus, einer Zeit, in der es normal scheint, jährlich ans Meer zu fahren, seltsam erscheinen, doch es ist ganze 9 Jahre her, als ich damals als 12-jähriger zum letzten Mal am Meer war. Salz, Wellen, kein Horizont, schön! Ein Strandtourist werde ich trotzdem nie, ich belasse es bei den sporadischen Begegnungen und geniesse diese.
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Am Sonntag gings auch schon wieder nach Hause in den trüben, grauen Schweizer Herbst. Doch Hand aufs Herz, was wären Sonnenstrahlen ohne ihre Gegenspieler in Form von Nebel, Regen und Wolken wert?
Murtenlauf
5. Oktober 2009 um 11:00 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Fribourg, Murten
Ein sonniger Sonntag im Oktober, 21° Celsius. Ich begab mich ein letztes Mal dieses Jahr unter die Läufer, die historischen 17km von Murten nach Fribourg. Der Legende nach soll 1476 ein Bote diese Strecke gerannt sein, um den Ausgang der Schlacht von Murten zu verkünden. Am Ziel bracht er wie Pheidippides in Athen tot zusammen.
Die Laufschuhe geschnürt, Einlaufen entlang des Murtensees, danach wieder hoch zum Start in der kleinen, aber feinen Altstadt. Der Knall der Pistole verkündet den Start, kurz durch Murten und danach in die sanfte Hügellandschaft des Freiburgerlandes. Zu Fuss erscheint einem die Landschaft weniger sanft als sie aus der Distanz anmutet. Die Strecke ist kaum eben, fast immer Gefälle, mehrheitlich positiv, mal negativ. Die letzten Kilometer durch Granges-Paccot und Fribourg selbst waren geprägt durch den Gedanken, gleich im Ziel zu sein und die vielen Allez! Allez! Zurufe.
1 Stunde und 26 Minuten, angesichts der Tatsache ohne Vorbereitung im Vertrauen auf die eigene Fitness angetreten zu sein, bin ich hochzufrieden.
Die Laufschuhe verschwinden jetzt für eine Weile in den Keller, ob sie im Frühjahr wieder zu Einsatz kommen weiss ich noch nicht.
Jungfrau Marathon 09
6. September 2009 um 21:25 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Finnland, Interlaken, Jungfrau Marathon
Dem Vorsatz nach der letztjährigen Zielankunft zum Trotz war ich auch dieses Jahr auf der Startliste des Jungfrau-Marathons. Zu tun hat dies mit der Teilnahme meines Kumpels Remo, die genaueren Umstände, wer wen warum und unter welchen Umständen zu was angestiftet hat verloren sich unter dem Schleier der Vergangenheit. Ein Novum dieses Jahr war mein Start unter finnischer Flagge. Und wie könnte es anders sein, prompt wurde ich im Startgelände von vier Finnen in deren Landessprache angesprochen und war, sonst eher selten der Fall, um Antwort verlegen.
Bei der ersten Teilnahme startete ich eher verhalten und lief bis zur halben Distanz defensiv im hinteren Teil der Teilnehmer mit. Heuer beschloss ich die Renntaktik umzudrehen. Wir liefen von Anfang an problemlos im vorderen Teil des Feldes mit, die topografischen Verhältnisse auf den ersten fünfzehn Kilometern lassen sogar durchaus Konversation zu, an Unterhaltung für die neben uns mitlaufenden Personen fehlte es definitiv nicht.
Lauterbrunnen, Rennhälfte, vorbei an den imposanten Trümmelbachfällen, der Lütschine entlang zurück nach Lauterbrunnen und rein in die Serpentinen nach Wengen. Schon bald machten sich muskuläre Probleme im Aduktorenbereich des rechten Beins bemerkbar, je steiler der Weg umso intensiver, der Erkrampfung nahe. Unterhalb, in und oberhalb von Wengen liess ich mich deshalb bei den Sanitätsposten massieren, um die Gefahr eines Krampfes, bei welchem das Rennen wohl gelaufen wäre, einzudämmen. An Rennen war fortan mehr zu denken, mehr als schnelles Gehen lag kaum mehr drin.
Die Masseuse in Wengen war sogar solch eine sympathische Schönheit mit beachtlichen fachlichen Kompetenzen (was bei den anderen weniger der Fall war), dass mir die Rennfortsetzung überraschend schwer fiel. Irgendeinmal taucht man unter den imposant emporragenden Wänden der Jungfrau auf, die Distanz zum Ziel wird zunehmend kleiner, die Beine schwerer, die Zuversicht aber grösser. Die Moräne hinauf zum Eigergletscher, Fahnenschwinger, Dudelsackbläser, Alphorngruppen sorgen für Stimmung, der letzte Kilometer, japanische Reisegruppen winken aus der Jungfraujochbahn, und auf die Minute genau erreiche ich das Ziel mit derselben Zeit wie bei der ersten Teilnahme.
Remo gratuliere ich zu seiner fabelhaften Leistung, beim ersten Mal gleich unter 5 Stunden zu bleiben, bei den mitgereisten Anhängern Nadia, Fabienne, Lea, Simone, Claude, Stefan, Pascal und Christian bedanke ich mich recht herzlich für den enthusiastischen Support und die motivierenden Plakate.
Stilfserjoch
4. August 2009 um 12:00 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | 1 KommentarSchlagwörter: Italien, Südtirol, Stilfserjoch
Auch dieses Jahr werde ich den Jungfrau-Marathon wieder bestreiten. Leider ist dies kein einfacher Sonntagsspaziergang, es bedarf einer einigermassen seriösen Vorbereitung. Seit dem Openair Frauenfeld habe ich meinen Alkoholkonsum auf ein Minimum reduziert und die körperliche Bewegung intensiviert. Zudem habe ich die letzten 2 Wochen auf 1900 Metern über Meer bei zeitgleichen sportlichen Aktivitäten verbracht, ebenfalls nicht hinderlich.

Die Probe aufs Exempel bezüglich meiner momentanen Fitness, eine Art Formbarometer, sollte eine Fahrt mit dem Fahrrad auf das Stilfserjoch liefern. Die Stilfserjoch Passstrasse ist vorallem Motoradfahrern ein Begriff. Sie verbindet (zusammen mit dem Umbrailpass) die drei Regionen Südtirol, Veltlin und Graubünden, und somit die drei Sprachen Deutsch, Italienisch und Rätoromanisch. Auf der Südtiroler Nordost-Rampe führen ganze 48 Spitzkehren von Prad (915m) auf die Passhöhe (2757m) hinunter nach Bormio (1225m).
Neben den über 1800 zu überwindenden Höhenmetern wirken die rückwärts nummerierten Spitzkehren besonders demotivierend, da man in jeder Kurve vor Augen geführt bekommt, wie viele Kurve und Höhenmeter noch zu leisten sind.
Bei warm sommerlichen Temperaturen erreichten ich und mein Bruder ein paar Stunden und Schweisstropfen nach der Abfahrt die Passhöhe.
Die Abfahrt via Umbrailpass-Münstertal zurück ins Vinschgau entschädigte für die Strapazen. Alles in allem ein gelungener Formtest in einer wunderschönen Umgebung.
Openair Frauenfeld 09
17. Juli 2009 um 12:10 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Black Violin, Frauenfeld, Gentleman, Hip-Hop, Kanye West, Openair, Sido, The Game
Imposant:
Das Ausmass der ganzen Veranstaltungen. Rund 50’000 Besucher pro Tag strömten auf die Allmend. Die ganze einwandfreie Organisation ist schon fast ein Meisterwerk. Nirgends gab grosse Wartezeiten, angesichts der Menschenmassen beeindruckend. Imposant ist auch der ganze Berg an Müll, welcher trotz Depotsystemen liegen bleibt.
Überzeugend:
Die Auftritte von Black Violin, Gentleman und The Game. Vorallem die beiden schwarzen Geigenkünstler begeisterten mich trotz Auftritt über die Mittagszeit und wenig Publikum mit ihrer Mischung aus klassischer Musik und Hip-Hop.
Mitreissend:
Die Vorstellungen von N.E.R.D. und Sido. Zwar vermochte der Maskenmann mich nicht allzu sehr mit seinem Konzert zu überzeugen, zu viele neue und kaum alte Songs. Er riss das Publikum mehr mit Wortwitz und seiner Person als solche mit. Ebenso die Combo N.E.R.D. um Produzentengenie Pharell Williams, welche zeitweise mit 20-30 Leuten aus dem Publikum performten.
Entäuschend:
Der Auftritt von Kanye West. Vorallem sein neues Autotune-Album ist nicht wirklich geeignet für Live-Auftritte. Auch der Status eines Superstars in den USA hilft da nicht weiter.
Erstaunlich:
Frauenfeld hat sich in den letzten Jahren zum bedeutendsten Hip-Hop-Openair Europas entwickelt. Mit Cypress Hill, Kanye West, Jay-Z, 50 Cent, Snoop Dogg, The Game, Ludacris, Black Eyed Peas und dem Wu-Tang Clan waren mit die wichtigsten Szenengrössen der USA schon einmal in Frauenfeld. Auch die wichtigsten Vertreter unser nördlichen Nachbarn gaben sich in den letzten Jahren die Klinke in die Hand, Samy Deluxe, Kool Savas, Deichkind, Sido, Jan Delay, Curse und Fettes Brot um nur einige zu nennen.
Ich freue mich bereits auf nächstes Jahr, wenn es wieder heisst Openair Frauenfeld: Bier, Hip-Hop, zelten und jassen!
Grüne Ferien
28. Januar 2009 um 11:32 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Militär
„SÉCTION 2, SUR UN RANG, RASSEMBLEMENT!” brüllt es aus der anderen Ecke des AV-Platzes. Die ersten Rekruten beginnen zu rennen, geordnet wie es sich gehört, im Gleichschritt, der erste stellt sich vor den angehenden Leutnant hin, der Stolz der Eidgenossenschaft dienen zu dürfen strahlt ihm förmlich aus dem Gesicht. Einen Wimpernschlag darauf folgt der zweite Rekrut, der dritte usw. Hat man seinen Platz erreicht, hat man sich nach seinem rechten Nachbarn zu richten, alle Fersen in einer Linie, Bauch rein, Brust raus, beide Handflächen stramm den Oberschenkeln angelegt, die Füsse in einem 60° Winkel gespreizt, den Kopf dem rechten Nachbarn zugewandt bis dieser als Zeichen seiner perfekten Haltung den Kopf in Richtung geradeaus dreht, was man dann mit der gleichen Bewegung zu quittieren hat, dann der nächste, der nächste usw. Und dies alles in möglichst kurzer Zeit. „REPOS!”
„SÉCTION 2, EN LIGNES DE COLONNE, RASSEMBLEMENT!” Das ganze Prozedere wiederholt sich, diesmal in ist die Formation eine Viererkolonne, die Regeln bleiben dieselben. „REPOS!”
„Hooooooooooooohl, wie müssen Sie dastehen bei REPOS? Begreifen Sie es denn nie?”
„Pardon Oberwachtmeister!”
„Das heisst VERSTANDEN, verstanden?”
„ Jo, verstande.”
„SÉCTION 2, AVANT, MARCHE !” Und los geht es. Links, 2, 3, 4, links, 2, 3, 4, stets in korrekter Viererkolonne und unter den wachsamen Augen des Kommandanten.
Jaja, die Rekrutenschule, die Zeit, die aus Jugendlichen echte Männer machen soll. Werde ich Sie vermissen? Momente wie diese ganz bestimmt. Momente, in denen sich die Armee immer wieder selbst in Frage stellt und Befehlsgewalt als einziges (legitimes) Mittel der Machtausübung benutzt werden muss.
Erlebnisbericht HSV-Skiweekend Grächen 09
20. Januar 2009 um 15:00 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Grächen, HSV
Nach den positiven Erfahrungen des letzten Jahres fand das HSV-Skiweekend erneut in Grächen statt. Grächen, ein familienfreundliches, ereignisarmes Kaff zwischen Visp und Zermatt, gilt als der niederschlagärmste Ort der Schweiz. Das Wetter spielte in der Tat perfekt mit, ein azurblaues Himmelszelt sowie eine stets lächelnde Sonne als grundlegende Zutaten für eine gelungene Alpengaudi waren gegeben.
“Multae sunt causae bibendi” !
Es schien als nahmen die HSVaner sich dieses altrömische Sprichwort zu Herzen. Es wurde getrunken, gelacht, diskutiert, dem Hobby Schneesport grfrönt usw. Wie man sich so ein Vereinswochende halt vorstellen muss; amüsant, feucht-fröhlich und hochgradig primitiv.
Schlussspurt
14. Januar 2009 um 01:09 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Jungfrau Marathon, Wengen
Fortsetzung des Jungfrau-Marathon Berichtes:
Nach der Musterung des obersten Wettkampfmadiziners geht es im mittlerweile dichten Nebel dem Eigergletscher, dem höchsten Punkt des Rennens entgegen. Eine Gruppe von Alphornbläsern und Fahnenschwingern stellen ihre Künste zur Schau, und immernoch hat es erstaunlich viele Zuschauer angesichts des mühsamen Geländes. Die Vegetation beschränkt sich nun zusehends auf ein in der Höhe normales Minimum, nach und nach dominieren Steine das Gesamtbild. Kurz darauf erreicht man die Moräne, scheinbar endlos zieht sich der schmale Grat dahin. Überholen ist mittlerweile streckenbedingt unmöglich.
Ich unterhalte mich auf der Moräne mit dem Wettkämpfer hinter mir, einem älteren Walliser, der schon zum 11. Mal mit von der Partie ist. Es gehe nicht mehr weit meine er, und im Ziel werde er sich ein Gläschen gönnen. Auf dem höchsten Punkt empfängt eine Horde Dudelsackbläser die Athleten, ab dahin geht es nur noch einen Kilometer, und dies erst noch abwärts. Erleichterung macht sich breit, man hat es quasi geschafft…
Kurz darauf taucht das Zielgelände auf, ja sogar 4 Kartonstücke mit den aufgemalten Buchstaben meines Nachnamens empfangen mich dort. (An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an die Herren S. Rufer, F. Kissling, D. Kurt, C. Gugelmann und P. Bühlmann für den grossartigen Support und das Rugenbräu im Anschluss sowie an meinen Vater als Begleitperson)
Nach geschätzten 543’693 Schritten, 231’955 Atemzügen, 3287 verbrannten Kalorien, 1800 bewältigten Höhenmetern, 42.195 zurückgelegten Kilometern, 26 verbrauchten Isostarbechern und 10 mühseelig heruntergewürgten Energy-Gels erreiche ich das Ziel mit das Ziel mit etwas mehr als 5 Stunden und 15 Minuten.
In Zukunft werde ich mich eher an folgendes chinesisches Sprichwort
Es führen viele Wege zum Gipfel eines Berges, doch die Aussicht bleibt die gleiche.
halten und den Bahntransport bevorzugen.
Erlebnisbericht Jungfrau Marathon 2008
7. Januar 2009 um 01:41 | Veröffentlicht in Erlebnisberichte | 2 KommentareSchlagwörter: Interlaken, Jungfrau Marathon, Wengen
Die Idee für die Teilnahme entstand gegen Ende meiner fast einjährigen Militärdienstzeit, als sich infolge chronischer Unterbeschäftigung mein Gewicht auf einem inakzeptablen Niveau einpendelte. So war ich gezwungen, den Sommer hindurch nicht ganz untätig zu bleiben und den einen oder anderen Kilometer der Aare entlang abzuspulen. Den wohl grösseren Effekt auf den körperlichen Zustand hatte wohl aber der strikte Alkoholverzicht einen Monat vor dem Start
Noch gut eine Woche bis zum Lauf, Zeit also, die Ernährung derjenigen eines Laufsportlers anzugleichen, d.h. Pasta in all seinen bescheidenen Variationen (Spaghetti, Penne, Tagliatelli, Fusilli, Hörnli usw.) Das Projekt sollte schliesslich nicht an mangelnder oder mangelhafter Vorbereitung scheitern.
Und schon ist es Samstag, Interlaken Militärflugplatz, kurz nach halb 8 Uhr in der Früh. Ganz in der Nähe erkennt man noch die Türme des Mistery-Parks, übriggebliebene Konstrukte einer kapitalen Fehlinvestition. Ein Shuttle-Bus bringt mich zum Startgelände, ich besorge mir meine Startnummer, nehme die ganzen Propagandaartikel und Werbegeschenke entgegen und gebe mein Gepäck für ins Ziel auf. Noch über eine Stunde bis zum Start. Tausende Menschen kreuz und quer um mich herum, die einen wischen sich bereits die ersten Schweissperlen von der Stirn, andere dehnen, hören Musik oder bereiten sich auf eine andere Art und Weise vor. Interessant ist auch die Vielfalt der Nationalitäten; Deutsche, Engländer, Neuseeländer, Holländer, Japaner, Schwarzafrikaner, Kolumbianer, Russen, Kanadier, Franzosen, Spanier, Südafrikaner, Finnen usw. Noch eine halbe Stunde bis zum Startschuss. Ich beginne ebenfalls, mich ein wenig aufzuwärmen. Die Idee, kurz vor dem Start noch kurz den Gang zum ToiToi-Klo anzutreten erwies sich als eher suboptimal, da diese Idee fast alle hatten und die Kolonnen dementsprechend lang waren. Ich schaffe es knapp 5 Minuten vor Abmarsch hinter die Startlinie, besser gesagt ein paar hundert Meter dahinter.
Den dick weiss linierten Nullpunkt erreiche ich als das Rennen schon 3:20 alt ist. Es folgt kurze Schlaufe in Interlaken, bevor der Tross Richtung Bönigen am Ufer des Brienzersees weiterzieht. Ich halte mich im hintersten Teil der Läuferschar auf und lasse die Atmosphäre auf mich wirken. Erstaunlich, wie viele Zuseher den Strassenrand säumen. Hinweisschilder künden den ersten Verpflegungsposten an. Verwundert musste ich feststellen, wie schwierig es ist, während dem Laufen aus einem Pappbecher zu trinken. Nach gut einer Stunde Laufzeit habe ich Wilderswil passiert und den ersten kurzen Anstieg nach Gsteigwiler in Angriff genommen. Guggenmusikformationen, Ziehharmonikaspieler oder Jodelvereine sorgen immer wieder für musikalische Unterhaltung. Mit zunehmender Laufdauer wird das Tal schmaler, die Berghänge steiler, die Felsen schroffer. Nach gut 2 Rennstunden erreiche ich in Lauterbrunnen, die Hälfte der Distanz wäre also bereits geschafft.
Es geht weiter in Tal hinein, vorbei an den imposanten Trümmelbachfällen bis kurz vor Stechelberg, danach auf der anderen Talseite zurück nach Lauterbrunnen. Dort fülle ich am Verpflegungsstand meine Taschen mit genügend chemischem Kraftfutter im Hinblick auf den Anstieg nach Wengen. 26 Serpentinen hinauf zum bekannten Skiort. Anfangs dachte ich noch, dies mit leichtem Laufschritt bewältigen zu können, ein paar hundert Meter danach gab ich dieses Vorhaben auf. Ich begnügte mich mit einer schnellen Gangart und machte so Platz um Platz gut. In den Gesichtern der anderen Läufer sind erste Ermüdungserscheinungen auszumachen. Erschwerend kommt hinzu, dass man komplett im Wald läuft und kaum Anhaltspunkte über die Höhe hat. Man beginnt sich ein erstes Mal zu fragen, was man eigentlich hier macht, gefolgt vom Gedanken, man schafft das schon irgendwie. Der Wald lichtet sich, die Beine brennen, die ersten Häuser von Wengen tauchen auf. Doch ähnlich dem Phänomen einer Fata Morgana freut man sich zu früh. Erst geht es auf eine Schlaufe durch den Wengwald, eine leicht ansteigende, langgezogene Linkskurve die die äussersten Chalets mit dem Dorfkern verbindet.
Nach gut 30 Kilometern und 800 Höhenmetern erreicht man Wengen, das Dorf in Feststimmung wie sonst wohl nur während den Tagen des Lauberhornrennens. Die jubelnde Menschenmasse lässt einen die Anstrengung für einen kurzen Augenblick vergessen, man freut sich ob der Unterstützung und blickt dem Rest etwas wohlgelaunter entgegen.
Das Wetter beginnt schlechter zu werden, Wolken lassen der Sonne kaum mehr eine Chance. Man verlässt Wengen langsam, folgt dem Schlittelweg vorbei am Cafe Oberland, das vor 9 Jahren Schauplatz eines tragischen Lawinenunglücks wurde, passiert das Startgelände des Slalom-Hanges, hinein in den Wald. Die Abstände zwischen den Verpflegungsposten werden kürzer, die Beine schwerer, die letzte Lockerheit aus den Gesichtern der Teilnehmer schwindet. Am Ende des Waldes befindet man sich auf etwa 18oo Metern über Meer, direkt unterhalb der Bahnstation Wengernalp. Die Jungfrau thront direkt vor den Läufern, auf der anderen Seite der berüchtigte Hundschopf. Der mittlerweile aufgezogene Nebel lässt jedoch keinen Anblick zu. Es geht kurz abwärts zur Talstation des Wixi-Sesselliftes, wo der Rennarzt entscheidet, wer die letzten 4 Kilometer in Angriff nehmen darf und wer gesundheitspräventiv aus dem Rennen genommen wird.
FORTSETZUNG FOLGT…
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