Schawinski
14. Dezember 2011 um 18:08 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | 4 KommentareSchlagwörter: Eco, Giacobbo & Müller, Hitzfeld, Krombacher Runde, Montag, Nestlé, Schawinski, Sendung, SF, Sonntag, Sportlounge, SRF, Talk, uth Jean Ziegler, Wer
Wär sind Sie? Dies ist standardmässig die erste Frage, die Roger Schawinski seinem Talkgast in seiner gleichnamigen Sendung am Montag Abend stellt. Ich kenne kaum jemanden, der diese Sendung gut findet, geschweige denn sie sich ansieht. Hier eine kleine Ausführungen, weshalb ich sie mag:
Ich mag das Format des Talks, eine Sendung in der der Gast mit kritischen Fragen zu seinem Selbst konfrontiert wird und nicht einfach Präsentationsplattform für jenen ist, kontrovers und temporeich. Dies bedingt einen Moderatoren mit rascher Auffassungsgabe und vernetztem Denkvermögen. Dass Schawinski wie von einer Mehrheit bemängelt seine Gäste zu wenig ausreden lässt und selbstdarstellerische Züge aufweist, ist nicht von der Hand zu weisen, stört mich aber in einem hinnehmbaren Rahmen wenig.
Der andere Erfolgsfaktor ist das Format, die Eloquenz und die Schlagfertigkeit des Gastes. Bis anhin waren fast ausschliesslich interessante Charakterköpfe – oftmals Politiker - auf dem heissen Stuhl wie etwa Jean Ziegler, Karin Keller-Suter, Peter Bodenmann, Mike Müller, Otto Ineichen, Ottmar Hitzfeld, Cedric Wermuth oder Christian Levrat. Aber auch Personen milderen Temperaments und Ausstrahlung wie Paul Rechsteiner oder Michael Ringier wussten sich ordentlich zu präsentieren. Toni Brunner oder Martin Bäumle ihrerseits grinsten unbequeme Fragen einfach weg, beispielsweise als ihn Schawinski Brunner aufforderte, Investment Banking zu erklären.
Der Montag Abend ist die Perle unter den Fernsehabenden, da hat sogar der Sonntag trotz Krombacher Runde, Tatort und Giacobbo/Müller das Nachsehen. Vor Schawinski läuft das Wirtschaftsmagazin ECO, zeitgleich die Sportlounge. ECO ist eine klasse Sendung, in der wirtschaftliche Themen für den Zuschauer fachgerecht und ansprechend illustriert dargelegt werden und mit Beiträgen gar schon Weltkonzerne wie Nestlé in die Knie, oder wenigstens zum Umdenken gezwungen wurden.
Bremser
30. November 2011 um 18:12 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | 1 KommentarSchlagwörter: Autobahn, Bankomat, Berner Zeitung, Bremser, Einkaufen, Kasse, Linksfahrer, Tröte
Köstlich amüsiert heute ab folgendem Artikel in der der Berner Zeitung:
Die Tröte bezeichnet eigentlich ein kleines trompetenartiges Blasinstrument. Umgangssprachlich wird das Wort aber auch als sinnverwandter Begriff verwendet für Mitmenschen, die nerven. Wer sich im öffentlichen Raum bewegt, trifft immer wieder auf eine spezielle Gattung Mensch: die Tröte. Die Tröte denkt nicht voraus und raubt den Mitmenschen viel Zeit. Hier eine kleine Zusammenstellung:
Die Kassen-Tröte: Dieser Typ Mitmensch hat zwar die ganze Woche frei, kauft aber grundsätzlich erst kurz nach den Arbeitszeiten oder am Samstagmorgen ein. Er begleicht den zu zahlenden Betrag entweder in Kleingeld oder aber verwendet die Kreditkarte für kleine Summen. Natürlich schiebt er die Karte zwei Mal verkehrt herum in den Schlitz oder gibt den Code mindestens einmal falsch ein. Damit hält er die Schlange hinter sich auf. Aber das scheint ihn nicht gross zu stören, er hat ja alle Zeit der Welt. Die Leidtragenden sind die Kunden, welche müde von der Arbeit nach Hause kommen und noch schnell einkaufen wollen. Oder die unregelmässige Arbeitszeiten haben und nur am Samstag einkaufen können.
Die Bahnhof-Tröte: Sie läuft zügig durch einen Bahnhof und bleibt abrupt stehen. Sie ist dann völlig erstaunt, wenn die Leute hinter ihr in sie hineinlaufen oder sie angerempelt wird.
Die Rampen-Tröte: Tritt immer in Massen auf. Beim Verlassen des Perrons nimmt sie die Rampen und Treppen völlig in Beschlag. Passagiere, die zum Zug gelangen wollen, haben gefälligst am Fusse der Treppe oder der Rampe zu warten. Dabei wäre es ein einfaches, sich ganz rechts zu halten und so einen Weg für diejenigen Passagiere offen zu halten, die das Perron erreichen wollen. Siehe auch Rolltreppen-Tröte.
Die Zug-Tröte: Diese freundlichen Menschen lassen sich in zwei Kategorien einteilen. Die einen lassen einem nicht aus dem Zug aussteigen und gehören eher zu den älteren Semestern. Die anderen besetzen leere Sitze mit ihrem Gepäck. Sie vermeiden bewusst den Blickkontakt in der Hoffnung, dass sich niemand neben sie setzt.
Die Rolltreppe-Tröte: In allen Grossstädten der Welt halten sich die Menschen auf Rolltreppen auf der rechten Seite, damit Personen in Eile links freie Bahn haben. Nur in der Stadt Bern scheint das nicht zu funktionieren. Da versperren die Rolltreppen-Tröten den Durchgang auf der linken Seite. Und regen sich noch auf, wenn sie höflich aber bestimmt aufgefordert werden, doch bitte Platz zu machen.
Die ÖV-Tröte: Diese Sorte Pendler blockiert vorzugsweise den Eingangsbereich von Bussen, Trams und Bähnli. Sie verteilen sich also nicht zügig in die leeren Bereiche, um den einsteigenden Passagieren Platz zu machen. Sie sind dann völlig verwundert, wenn sie im Gedränge weggeschubst werden.
Die Ampel-Tröte: Diese Art Autofahrer trifft man meistens am Anfang einer Autokolonne vor einem Rotlicht an. Die Rotlicht-Tröte braucht mindestens drei Sekunden um zu bemerken, dass es grün geworden ist. Sie fährt dann zögerlich bis sachte los. Die Folge: Wenn sie die weisse Linie überfahren hat, hat die Ampel bereits auf orange wechselt. Die Kolonne ist nicht wirklich kleiner geworden, weil nur gerade zwei Fahrzeuge durchgekommen sind.
Die Sonntagsfahrer-Tröte: Obwohl die Strasse mehrmals klar mit 100 km/h signalisiert ist, fahren diese Verkehrsteilnehmer höchstens 78 km/h und telefonieren nebenbei noch ein wenig mit dem Handy. Die Autokolonne, die sich hinter ihnen bildet, scheint sie nicht gross zu stören.
Die Zufahrts-Zuparkier-Tröte: Wenn sie keinen regulären Parkplatz finden, parkieren diese eifrigen Autofahrer halt vor privaten Einfahrten und Garagen. Dass sie damit jemand anderen blockieren nehmen sie problemlos in Kauf.
Die Lichthupe-Tröte: Diese Autofahrer fahren auf der Autobahn auf der linken Spur, vorzugsweise mit 105 Stundenkilometer. Nachdem sie zehn Minuten hinterherfahren und schliesslich rechts überholt werden, flippen sie lichthupend aus.
Die Kreisel-Tröte: Sie hält vor dem Kreisel an, obwohl weit und breit kein anderes Fahrzeug in Sicht ist. Und wartet dann so lange, bis ein anderes Fahrzeug im Kreisel ist.
Die Lauben-Tröte bzw. Gaffer-Tröte: Diese Gattung hat sich darauf spezialisiert, möglichst langsam zu laufen und dies vorzugsweise in der Mitte der Laube und nicht etwa rechts. Gerne sind Lauben-Tröten auch paarweise oder zu dritt unterwegs mit einer grossen Tasche, sodass sicherlich niemand vorbeilaufen kann. Sie halten auch gerne vor Schaufenstern an und versperren mit Hund, Einkaufstaschen und Kinderwagen den Durchgang.
Die Velo-Tröte: Diese Fahrradfahrer fahren grundsätzlich bei rot über die Strasse und nehmen es in Kauf, Fussgänger auf dem Zebrastreifen knapp nicht über den Haufen zu fahren.
Die Gemüse-Tröte: Mit Gemüse im Offenverkauf stehen diese freundlichen Konsumenten auf Kriegsfuss. Die Gemüse-Tröte vergisst regelmässig, die Ware auf die Waage zu legen. Und an der Kasse müssen dann alle anderen so lange warten, bis die Tröte oder die Kassiererin das Wägen nachgeholt hat.
Die Geldautomat-Tröte: Sie ist verwandt mit der Kassen-Tröte und ist vornehmlich ebenfalls zu den Stosszeiten unterwegs, um sich am Geldautomaten noch etwas Geld zu holen. Meist handelt es sich dabei um einen kleinen Betrag von 20 oder 50 Franken. Sie gibt den richtigen Code beim ersten Versuch nicht richtig ein, druckt immer eine Quittung aus und braucht sehr lange, um ihr Geld im Portemonnaie zu verstauen.
Die Laubbläser-Tröte: Diese Mitmenschen mit vermeintlich grünem Daumen lassen ihren Laubbläser bevorzugt am morgen früh vor dem Schlafzimmerfenster an. Ans Weiterschlafen kann kaum mehr gedacht werden. Morgens werden die Blätter nach links geblasen, Abends dann nach rechts.
Und siehe da, dieses Blog hat den Sachverhalt von Tröten, oder Bremsern wie Michael Mittermeier sie auch nennt, in der Vergangenheit auch schon aufgegriffen: Namentlich die Einkaufs-Tröte, die Gemüse-Tröte und die Rolltreppen-Tröte. Sogar die SUV-Tröte findet man hier.
Yeti
10. Oktober 2011 um 13:12 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Schneemensch, Sibirien, Yeti
Jedes Jahr an Weihnachten brate ich zwei Truthähne: Einen für die Familie, den anderen stelle ich raus für den Yeti. Am anderen Morgen ist der Braten weg.
Womit die Existenz des mysteriösen Schneemenschen natürlich bewiesen wäre.
Aussage einer Teilnehmerin des Yeti-Kongresses in Sibirien
Smartphones
11. August 2011 um 16:18 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Asterix, Gallier, Mobiltelefone, Smartphones
Die ganze Schweiz wurde mittlerweile erobert von Smartphones. Die ganze Schweiz? Nein, ein kleines Dorf von Aufständischen leistet der Übermacht dieser neuartigen Wundergeräte erbittert Widerstand und besitzt nach wie vor normale Mobiltelefone. Zu dieser Minderheit zähle auch ich. Nicht dass ich etwas an Smartphones auszusetzen hätte, im Gegenteil, es ist bemerkenswert was die Dinger alles zu leisten im Stande sind und was sie alles können.
Ich sehe es auch als eine Art letzte Bastion, nicht ununterbrochen erreichbar und online zu sein. Kürzlich habe ich von einem Wettbewerb gelesen, dessen Hauptpreis eine Woche Ferien in den Alpen ohne Zugang zu Mobilfunknetz und Internet war. Eine grandiose Sache! Daneben komme ich mit meinem alten Knochen mit einem Bruchteil der Kosten eines Smartphone-Abonnements aus.
Ein Hoch auf mein Sony Ericsson W810i:
P.S. Insider wissen, dass das Telefon gar nicht mir gehört, sondern Lea B. mir lediglich die Nutzungsrechte daran auf Lebzeiten überlassen hat. Herzlichen Dank!
El Clásico
7. Dezember 2010 um 18:17 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: BBVA Liga, Camp Nou, Celtic, Dortmund, El Clásico, Fans, FC Barcelona, Guardiola, Messi, Mourinho, Rangers, Real Madrid, Santiago Bernabeu, Schalke, Spanien, weisses Ballett
Mensch war das wieder eine Klatsche. Langsam wird es mühsam, der fünfte Clásico in Serie chancenlos. Der Clásico ist eine Angelegenheit, bei der es keine Mitte gibt. Man ist entweder weiss oder rot-blau, dazwischen gibt es nichts, Kompromisse sind fehl am Platz. Man ist ja auch nicht Schalke und Dortmund, in Glasgow ist man Rangers oder Celtic Anhänger, so einfach.
Als Weisser habe ich in den letzten Jahren nichts mehr zu melden, die Jungs von Pep Guardiola haben uns einmal mehr den Meister gezeigt. Bitter, diesen Künstlern zuzusehen und in der eigenen Ohnmacht zu verharren. Doch Fans verlassen den sinkenden Kahn nicht, sie saufen mit ab und sinnen nach dem Untergang auf Revanche, auf das Rückspiel im Estadio Santiago Bernabeu.
Q7
18. August 2010 um 18:37 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | 1 KommentarSchlagwörter: Auto, BMW, Geländewagen, SUV
Wie ich sie hasse*, diese Audi Q7, BMW X5, Volvo XC70 und Porsche Cayenne-Fahrer. Diese bornierten halbreichen Typen, die ihren sozialen Status auf ihr Automobil reduzieren und sich zu diesem Zweck einen Geländewagen zutun, um einen halben Meter höher als das Fussvolk zu sitzen. Einen Wagen, dessen eigentlichen Zweck sie niemals beanspruchen, das Fahren im Gelände. Feldwege schafft auch meine kleine Rostbeule.
Lasst es sein, kauft euch ein Auto, mit dem ihr klar kommt. Und wenn ihr auf dem Golfplatz mit eurem alten, verbeulten Renault Clio schräg angesehen werden, spielt ordentlich unter par!
*Dieser Ausdruck wiederspiegelt meine temporäre Gefühlslage bei Überholversuchen eines oben genannten Fahrzeugstyps in Baustellensituationen mit dem Abbruch des Manövers aufgrund mangelnder Fahrkünste beim Einschätzen von Spurbreiten gepaart mit der Angst, sein teuer erspartes Protzsymbol zu beschädigen.
Wohin des Weges?
28. Juli 2010 um 06:14 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarAufnahmeort: Basel SBB
Rolltreppen
27. Juli 2010 um 06:12 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Basel, Rolltreppen
Rechts stehen, links gehen. Soweit das sinnvolle Konzept, das theoretische Grundgerüst für den simplen Prozess zur Begehung einer elektronisch unterstützten Treppe mit der Möglichkeit des Überholens, da es bekanntlich nicht alle Menschen gleich eilig haben.
Natürlich geht dieses Konzept – trotz genügend Hinweisen – nirgends auf, da es genau einen rücksichtslosen und unsensiblen Menschen braucht, der diese effiziente und elegante Lösung über den Haufen wirft.
Die lobenswerte Ausnahme bildet hier Basel. Unglaublich, als ob den Menschen dieses System schon von Kindsbeinen an eingetrichtert worden wäre. Die Lektionen des Alltags: Laufen, Zähneputzen, Schuhe schnüren, Fahrrad fahren, Rolltreppen benutzen. Rechts langsam, links schnell. Selbst ahnungslose Touristen werden freundlich, aber bestimmt darauf hingewiesen, wie sie sich zu verhalten hätten.
Migros Preissystem
24. Juni 2010 um 06:21 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen Kommentar10% auf das ganze Sortiment nach dem Sieg gegen Spanien, die Kundschaft stürmte die Läden der Migros. Sogar im Ausland wurde über die PR-Aktion berichtet, die den Grossverteiler rund 5 Millionen Franken gekostet hat.
Mehr gefreut hat mich aber letzthin die Meldung, wonach die Migros ihr meiner Meinung nach etwas seltsames Preissystem der übrigen Konkurrenz anpassen will. Im Klartext heisst dies, die Migros schreibt die Preise ihrer Produkte nicht mehr auf das Produkt selbst, sondern an die entsprechende Regale. Mich freuts, wie habe ich mich des Öfteren geärgert, bei der Hälfte des Sortiments den Preis nicht – oder erst nach umständlicher Suche - gekannt zu haben.
Feuer frei!
2. Mai 2010 um 23:57 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | 3 KommentareSchlagwörter: Armee, Schiessen, Stgw 90
Angehörige der Schweizer Armee der Klassen Subalternoffizier, Unteroffizier und Mannschaft unterstehen der Schiesspflicht (Art. 25 Abs. 1 lit. c, 63 Abs. 1 MG).
Das letzte Überbleibsel meiner glorreichen militärischen Laufbahn, das obligatorische Bundesprogramm. Alljährlich darf ich zur Aufrechterhaltung der Schiessvereine 20 Projektile über 300 Meter durch die Luft fliegen lassen, ehe sie mit horrender Geschwindigkeit auf die Zielscheibe auftreffen. Ich schiesse nicht ungerne, aber auch nicht gerne, nehme also eine ziemlich neutrale Präfenrenzhaltung diesbezüglich ein.
Um die obligate Übung etwas zu würzen habe ich sie mit meinen Kameraden in eine Wette verpackt. Anders als sonst in unserer leistungsorientierten Gesellschaft ging es dabei nicht ums Gewinnen, sondern ums “Nicht-Verlieren”.
Derjenige mit den wenigsten Punkten hat seine Blamage als schlechtester Schütze des Freundeskreises mit einer Harasse Bier einer Brauerei seiner Wahl wiedergutzumachen. Die miese Punktzahl des ersten Schützen verpasste der ganzen Angelegenheit eine eher langweilige Note.
Michael 76
Pascal B. 72
Remo 71
Pascal H. 69
Franco 57
Marcel 46
Mit meinen 69 Punkten bin ich zufrieden, konstanter als das Jahr zuvor.
Ich bedanke mich also bei Marcel für die grosszügige Spende und freue mich auf eine weitere Auflage 2011.
Alle Jahre wieder…
12. Februar 2010 um 18:58 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Steuern, Uhr
…kommt das Christuskind. Und die Steuererklärung, pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk, jeweils Mitte Februar. Jeder hat seinen Obolus an den Fiskus zu leisten, anders kann ein Staat nicht funktionieren. Erfreulich sah meine Steuerrechnung letztes Jahr aus, als ich vom Schuldner zum Gläubiger mutierte. Dies weil die Verrechnungssteuerrückzahlung aus Kapitalerträgen höher ausfiel als die Kopfsteuer, die ich aufgrund fehlenden Einkommens entrichten muss. Ich rechne dieses Jahr mit demselben Ergebnis.
Sudoku
7. November 2009 um 08:07 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | 1 KommentarSchlagwörter: Japan, Sudoku
Gestern habe ich mir ein Sudoku-Büchlein angeschafft. So interessant dies klingen mag, hie und da gibt es an der Uni den einen oder anderen langweiligen Moment. Geradezu prädestiniert dafür ist der Stoff der Bilanzierung-Vorlesung. Die Augen werden schwerer, die Stimme des Dozierenden schwächer und Ellbogen und Hand als Kopfstütze unerlässlich. Die Raumtemperatur und die frühe Morgenzeit tragen ihr übriges dazu bei.
In Zukunft kann ich diese Momente – sie werden zweifellos wieder kommen – elegant mit meinem japanischen Zahlenbüchlein überbrücken. Ich freue mich jetzt schon.
Pendlergeschichten
1. Oktober 2009 um 14:50 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: ÖV, Ragusa, RBS, Zug
Frühmorgens sind die Minen der Pendler eher finster bis versteinert, versprühen die Wärme und den Charme eines Eiswürfels. Die meisten vergraben ihre aus dem Schlaf gerissenen Gesichter in den Gratiszeitungen oder hören Musik. So auch ich. Gesprochen wird wenig.
Nicht gerade zur Verbesserung der trüben Laune der Zugsinsassen trägt die Baustelle zwischen Jegenstorf und Fraubrunnen sowie das damit verbundene Umsteigen auf Bahnersatzbusse dazu bei.
Doch ein Kompliment an die RBS; Jedes Mal wird man mit einem freundlichen “Guete Morge mitenang, nächschte Haut Graferied” begrüsst und einem “Jegeschtorf, umschtige ufe Zug nach Bärn, heit e schöne Tag. Ade mitgenang” verabschiedet. Gestern wurde das Ganze sogar mit einem Ragusa versüsst.
Und schon dringen die ersten Sonnenstrahlen in die grauen noch verschlafenen Herzen der Pendler. Wenn das mal kein Start in den Tag ist. Merci.
Expertenrunde
3. September 2009 um 21:50 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Fussball, Grenchen, Krombacher Runde
Fussball ist der schönste Sport, weil er Menschen und Kulturen miteinander verbindet, so die Worte des FIFA-Präsidenten. Fussball ist aber auch die schönste Sportart, weil jeder mitreden kann, jeder ist ein Experte, ob ahnungslos oder unbewandert. Bewusst wurde mir dies wieder einmal anlässlich des 5.Liga Spiels zwischen dem FC Fulgor Grenchen und der zweiten Mannschaft des HSV Halten, meinem Team. Da ich in 2 Tagen einen Marathon laufe, hielt ich es für vernünftiger, das Spielgeschehen vom Spielfeldrand aus mitzuerleben. Ich nahm mich in der 2. Halbzeit der delikaten Aufgabe des Linienrichters an. Kurze Zeit nach Amtsantritt prompt die erste knifflige Entscheidung. Ich beliess die Fahne unten, sehr zum Unmut der neben mir stehenden Leute, die sich in nicht gerade höflicher Manier erkundigten, ob ich auch Augen im Kopf hätte. Er würde sie ja sehen und wenn nicht möge er den Adressaten seiner Frage doch überdenken. Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt, Grenchen war eine Klasse besser und gewann diskussionslos mit 5:1.
Und dennoch wurde jeder Entscheid des guten Schiedsrichters von der nebenstehenden Expertenrunde angezweifelt, kleinste Fouls im Anspielkreis zur Staatsaffäre gemacht. Allesamt schütterer Haarwuchs, grau, Oberlippenbart, von fein getrimmt bis buschig war alles vorhanden, Steppjacke, Bierbauch, der unter dem zu kleinen Hemd hervorgeschaut hätte, wären die Herren nicht so pfiffig gewesen, diesen Missstand mit dem Trick, das Hemd in die Hose zu stopfen, zu beheben. Die Zigarette im Mundwinkel und ein angeschlagener Gang als weitere Merkmale dieser illustren Runde. Da kann die Krombacher Runde mit ihrem Altmeister Lattek glatt einpacken, keine Konkurrenz. Die geballte Ladung an Fussballkompetenz hatte sich an diesem Donnerstag Abend in Grenchen eingefunden. Ich liess von weitere Diskussionen ab, erledigte weiter meinen Job als Linienrichter und nervte mich innerlich weiter zu Tode.
Was wäre Fussball ohne seine Zuschauer, seine Experten?
Alle Jahre wieder…
16. August 2009 um 21:45 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Militär
Art. 59 Abs. 1 BV: Jeder Schweizer ist verpflichtet, Militärdienst zu leisten.
Als Schweizer Bürger dazu verpflichtet, leistete ich 2007 meinen Militärdienst als Radarsoldat bei der Flugabwehr in Payerne VD. Nach der Rekrutenschule absolvierte ich alle Wiederholungskurse an einem Stück, so dass ich meinen Dienst mit 20 Jahren zu Ende geleistet hatte. Das Einzige was mich – nebst meinem wenigen Material auf dem Dachboden – noch an die grüne Zeit erinnert, ist die Verpflichtung, jährlich das obligatorische Schiessprogramm zu absolvieren.
Letzten Samstag kramte ich also mein Stgw 90 hervor, Pamir, Schiessbefehl und das hübsche grüne Büchlein ins Auto und auf zum Schiessstand. Kaum auf dem Areal fasste ich den ersten Rüffel, wie mir eigentlich geschehe, mit eingesetztem Magazin und Verschluss vorne einen Schiessstand zu betreten. Angemeldet und scheu nachgefragt, wie man denn den Verschluss schon wieder hinten arretiere. Zu allem Übel musste mir der zuständige Herr ebenfalls zeigen, wie man das Magazin abspitzt, den Hülsenabweiser montiert, die Seriefeuersperre einstellt, welches Visier ich zu nehmen hätte und machte mich schon leicht entnervt darauf aufmerksam, ich möge doch den Gehörschutz aufsetzen.
Es folgten 2 glatte Nuller auf der A-Scheibe, die Waffe stark nach unten korrigiert, eine 2, die Waffe noch etwas nach unten korrigiert und 2 Treffer mitten ins Schwarze. In diesem Stile ging es weiter. Auf der B-Scheibe traf ich zu meinem eigenen Erstaunen nach Belieben, mehrheitlich 4er und ein paar 3er. Am Schluss reichte es zu 67 Punkten und damit zu einer Auszeichnung. Im Nachhinein bereue ich es, auf die Probeschüsse verzichtet zu haben, wäre doch ein absolutes Spitzenresultat nahe der 80er Grenze möglich gewesen. Immerhin, eine witzige Halbestunde war es allemal.
Yannick
12. August 2009 um 21:40 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarGleich viermal tauchte dieser Name auf der Matchkarte/Spielerliste meiner C-Junioren beim heutigen Cupspiel auf. Durchaus bemerkenswert bei nur 13 Spielern. Nachforschungen im Internet ergaben zwar, dass dieser Name 1995 (also im Geburtsjahr dieser Junioren) immerhin den 13. Rang in der Liste der beliebtesten Vornamen belegte, diese Häufigkeit ist aber doch frappant und die Wahscheinlichkeit dafür im Promillebereich.
Kleingedrucktes
5. August 2009 um 22:50 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Coop, Milch
Ein Glas Milch am frühen Morgen, keine Seltenheit bei mir. Die Seltenheit besteht eher im Ausdruck am frühen Morgen, tut hier allerdings nichts zur Sache. Eine witzige Entdeckung machte ich letzhin auf folgender Milchpackung:

Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn ein Milchallergiker etwas Milch getrunken hätte. Der Allergiker-Info sei Dank, wie hätte er sonst wissen sollen, dass in Milch tatsächlich Milch enthalten ist.
Weisheitszähne
4. August 2009 um 07:39 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarSeit heute Morgen bin ich auch um den letzten Weisheitszahn ärmer, dafür um eine Erfahrung reicher. Nämlich wie es für einen Stummen sein muss, nicht sprechen zu können. Sich auschliesslich der Gebärdensprache bedienen zu können ist mehr als nur mühsam. Glücklicherweise hört dieser Zustand bei mir nach ein paar Stunden auf.
Es ist wie bei der Gesundheit; Den Wert einer Sache weiss man erst richtig bei dessen Mangel oder Verlust zu schätzen.
Sommerregen
15. Juli 2009 um 00:28 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Musik, Regen, Sommer, Stuttgart
Die Sonne brennt, schwüle Hitze legt sich wie ein unsichtbares Tuch drückend über der anthropologischen Sphäre, Schweissgeruch, Kleider kleben am Körper, Bewegungen werden träge. Umso befreiender wirkt richtig tempiert ein Sommerregen. Die Hitze weicht in den Abendhimmel, Auskühlung, der Himmel wird grau, grauer und entlädt sich mit imposanter Gewalt. Grosse, schwere Tropfen prasseln zu Boden, Blitze gefolgt von Donnerschlag begleiten sie.
Nach ein paar Minuten ist das Ganze auch schon wieder vorbei, der Himmel lichtet sich, die noch warmen Asphaltstrassen beginnen zum Dampfen, es riecht nach Sommerregen. Immer wieder ein spannendes Schauspiel von Mutter Natur.
Dazu ein herrlich passendes Stück von den süddeutschen Wortakrobaten “Die fantastischen Vier”:
Guitar Hero
5. Juli 2009 um 12:45 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarSchlagwörter: Guitar Hero
Juli, Ferien, schönes Wetter. Was macht man? Nein, sicherlich nicht verlässt man das Haus. Man verschanzt sich im eigenen Wohnzimmer und spielt Guitar Hero.
Für diejenigen, denen dieser Begriff nichts sagt: Guitar Hero ist ein Videospiel (in meinem Fall Guitar Hero 2 auf der Playstation 2), bei dem man mit einer Plastikgitarre die auf dem Fernsehschirm angzeigten Töne verschiedener Rockklassiker zu treffen versucht. Unter anderem dabei sind die Rolling Stones, Kiss, Guns n Roses, The Police, Lynard Skynard uvm.
Tönt primitiv, ist es auch. Aber mit einem gewaltigen Suchtpotential. Let’s rock baby!
Hier ein paar Anschauungsbeispiele:
Kansas – Carry on wayward son
Heart – Crazy on you
Guns n Roses – Sweet child o’ mine
Offiziell übergewichtig
1. Juni 2009 um 18:39 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | 1 KommentarSchlagwörter: BMI
Trotz sichtbaren Schweissperlen auf der Stirn entschlossen, mich dem Augenblick der Wahrheit entgegenzutreten, stellte ich mich nach langer Zeit der Ungewissheit über das eigene Körpergewicht wieder einmal auf die Waage. Erschrocken ob der verhälnitsmässig astronomisch hohen Zahl auf dem Display, berechnete ich den Body-Mass-Index, kurz BMI (Gewicht pro quadrierte Grösse in Metern).
Und tatsächlich wies dieser einen Wert über 25 auf, womit ich ab sofort als offiziell übergewichtig gelte.
Der Nimbus des stets Schlanken, welcher mich seit Geburt begleitete, ist dahin.
Santé
13. Mai 2009 um 11:42 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarEins trink ich, weil ich durstig bin,
ein zweites, weil’s mir schmeckt,
ein drittes, weil’s nach meinem Sinn
den Geist des Vierten weckt.
Ich greif zum Fünften, Sechsten, Siebenten dann,
weil ich’s nun mal nicht lassen kann.
Ich trink das Achte, Neunte, Zehnte,
beim Elften seufz ich Weh und Ach,
denn auch die Füße werden schwach.
Und tränk ich nun das Zwölfte nicht,
verlör’ ich ganz das Gleichgewicht.”
Zuviel des Guten
29. April 2009 um 15:50 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarGewisse Damen älteren Jahrgangs sind wohl der Auffassung, ihre durch das fortgeschrittene Alter etwas in Mitleidenschaft gezogene Optik mit reichlich Parfüm kompensieren zu müssen. Dies meist so stark, dass man sie trotz Einstieg vorne beim Buschauffeur in den hintersten Sitzreihen riecht. Ein penetrant süsslicher Geruch steigt die Nase empor, und zwar solange, wie die betreffende Person sich in deiner Nähe befindet.
Augen (Nase) zu und durch!
Salü
2. April 2009 um 15:50 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen Kommentar“Salü” spricht mich auf dem Perron eine Person an.
“Salü”
Dieses Gesicht kommt mir irgendwie bekannt vor, aber es in einen Kontext einzuordnen scheint mir gerade nicht möglich. Schule? Arbeit? Fussball? Ausgang? Weshalb ich ein nur solch schlechtes Gedächtnis haben muss…
Mit “Geit’s?” werde ich aus meinen Gedanken gerissen.
“Guet, dir ou?” obwohl es mich ehrlich gesagt nicht wirklich interessiert, schliesslich weiss ich immer noch nicht wer mein Gegenüber ist. Trotzdem diese Gegenfrage, schliesslich will man ja nicht unhöflich erscheinen. Und immer noch die Frage, wer dies wohl sein mag. Gehts es ihm genau gleich, dass er ebenfalls keine Ahnung hat mit wem er es zu tun hat? Aber dann hätte er mich wohl kaum gegrüsst…
“Jojo, s muess”. Die klassische Standardantwort. Weshalb muss es einem überhaupt stets gut gehen?
Satte 40 Minuten im Zug, und frei nach Goethes “Faust”: “Da steh ich nun ich armer Thor, und binn so klug als wie zuvor” habe ich immer noch keine Ahnung, wem ich gegenüber sitze. Gesprochen haben wir kein Wort, geblieben ist das Gefühl, dass es wohl nicht so wichtig nicht geswesen sein kann wenn ich die Person nicht mehr erkenne. Allerdings häufen sich solche Fälle meinerseits…
Das Kassenproblem
25. März 2009 um 20:45 | Veröffentlicht in Alltagsanekdoten | Hinterlasse einen KommentarWer kennt das nicht: Nur kurz eine Kleinigkeit eingekauft, muss man sich für eine Kasse entscheiden. Man wählt intuitiv diejenige, an welcher die wenigsten Personen Schlange stehen. Was meinen Erfahrungswerten zufolge nicht zwangsläufig die schnellste Methode ist.
Betagte Menschen, die, das Portemonnaie endlich einmal mühsam aus der Tasche hervorgeklaubt, ihre Fertigsuppe nach dem Motto “möglichst viele Münzen mit möglichst geringem Geldwert” bezahlen. Supercard? “Einen Moment bitte” und die Suche in den unendlichen Tiefen der Handtasche geht in eine neue Runde.
Die Zwiebeln nicht abgewogen, die frische eingestellte Verkäuferin sucht fieberhaft in ihren Unterlagen den Stichcode für Buttergipfel, die MaestroCard funktioniert wieder einmal nicht (wie wärs mit der richtigen Zahlenkombination?), “die Maisbüchsen gibt es heute im Sechserpack Aktion, wollen Sie nicht davon profitieren?” so die Detailhandelsangestellte hinter der Kasse, der 15-jährige, der bei der Alkoholkontolle hängen bleibt usw…
Das Repetoir der Leute ihre Mitmenschen effektiv aufzuhalten ist schier unerschöpflich. So kann der kurz gedachte Einkauf schnell einmal zur Geduldsprobe verkommen.
12.75 bitteschön. NEIN ich habe keine Supercard. NEIN ich sammle auch keine Bonusmarken, danke. NEIN auch für die Mutter keine. Auf Wiedersehen!
Hohl war in Finnland
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