Fauler Apfel
16. Dezember 2009 at 14:36 | In Politik | 3 CommentsTags: Gemeinderat, Kriegstetten, Miliz, Politik
Der Gemeindepräsident meines Wohnortes tritt nach nur 5 Monaten Amtszeit zurück. Gründe dafür seien Misstrauen und ein intrigantes, destruktives Arbeitsklima. Dies überrascht mich offen gestanden wenig, es passt auf die Charakterzüge einzelner Ratsmitglieder wie die Faust aufs Auge. Ich kenne Herrn Ernst als einen friedliebenden, anständigen Regionalpolitiker, der sich so gut es ihm möglich um das Wohl seiner Bürger bemüht. Ich finde seinen Verlust schade, aber nachvollziehbar.
Das Problem ist in der Schweiz bekannt, es wird zunehmend schwieriger, freiwillige Personen für Milizmandate auf kommunalpolitischer Ebene zu finden. Wenn einem dann bei seiner fakultativen Arbeit noch und noch Steine in den Weg gelegt werden, wer soll sich da noch dazu motivieren.
Natürlich sollte ein Gemeindepräsident über gewisse Führungsqualitäten, “Dossierkenntnisse” und angemessene Informationsgrundlagen für seine Entscheide verfügen. Dass dabei hin und wieder Fehler entstehen, ist nichts anderes als menschlich, ganz im Gegensatz dazu diese juristisch anzuprangern. Eine gewissen Fehlerbandbreite sollte man einem Milizbeamten zumuten dürfen, ansonsten stösst dieses System an seine personellen Grenzen.
Ich bin gespannt, wer dieses Machtvakuum – die Vizepräsidentin hat aus denselben Beweggründen demissioniert – bei den Neuwahlen ausfüllen wird. Wahrscheinlich Personen aus der Ecke, aus welcher die Gemeindearbeit torpediert wurde, Gleich und Gleich gesellt sich gern.
Resignation
11. Dezember 2009 at 19:45 | In Fussball | 3 CommentsTags: Berlin, Bundesliga, Hauptstadt, Heerenveen, Hertha BSC
Ich habe resigniert. Mit grossen Erwartungen blickten wir Herthaner der Bundesliga-Saison 09/10 entgegen. Man hat die vergangene Spielzeit gerade auf dem selbst von Experten nie für möglich gehaltenen vierten Schlussrang beendet. Die Hauptstadt träumte davon, die Zeiten grauen Mittelmasses hinter sich zu lassen und wieder eine Grösse auf Deutschlands Fussball-Landkarte zu werden. Der drückende Schuldenberg und die damit verbundenen beschränkten finanziellen Möglichkeiten wurden gedanklich beiseite geschoben, wie so oft in Zeiten grenzenlosen Optimismus’.
Das Startspiel gegen Hannover, ein Abbild der letzten Saison, schlecht gespielt und doch gewonnen. Es folgten unglückliche Niederlagen gegen Gladbach und Bochum. Dank dem Sieg gegen Kopenhagen und dem Einzug in die Europe League wurden diese als kleinere Ausrutscher abgetan. Es folgten weitere Niederlagen gegen Bremen und Mainz. Langsam erhärtete sich der Anschein, dass die Mannschaft die Abgänge im Sommer (Simunic, Pantelic, Voronin und Chahed) nicht so gut verkraftete wie allgemein angenommen. Berlin grüsste vom Tabellenkeller. Es folgte eine 0:4 Klatsche zu Hause gegen den Aufsteiger Freiburg und eine 5:1 Demütigung in Hoffenheim. Nach dem Cup-Aus gegen den Zweitligisten 1860 München musste Trainer Favre den Hut nehmen, man war am Tiefpunkt angekommen.
Der Verein und die Fans nahmen die Entwicklung zwar als beunruhigend auf, niemand befasste sich aber um diese Zeit mit dem Worst-Case-Szenario, dem Abstieg. Dies obwohl man mittlerweile die Tabelle im negativen Sinne anführte. Jeder verliess sich drauf, irgendwann finde die Mannschaft schon wieder zur Normalität zurück und gewinne wieder. Niederlagen gegen Sporting Lissabon, Hamburg, Nürnberg und Heerenveen folgten. Resignation?
Nein, ein ermauerte torlose Punkteteilung gegen Wolfsburg liess ein Fünkchen Hoffnung aufflammen. Eine verdiente Niederlage in Dortmund folgte. Resignation?
Nein, ein 3:2 Last-Minute Sieg gegen Heerenveen, war das vielleicht die Wende? Eine Niederlage gegen Köln (zu diesem Zeitpunkt Vorletzter) folgte. Resignation?
Nein, ein Unentschieden in Stuttgart, Wind in den Segeln der letzten Zwecksoptimisten. Dann heute die hochverdiente Niederlage gegen Eintracht Frankfurt. Desolat. Resignation?
Nein, ein Sieg gegen Ventspils, eine höchst spielerisch limitierte lettische Truppe. Verdient, aber nicht gerade überzeugend. Drei Tage später eine verdiente Niederlage auf Schalke, in einem Spiel “Uninspiriert-schwach” gegen “Ideenlos-extrem schwach”. Resignation?
JA! Ich gebe auf, das wird nichts mehr. Der Rückstand auf die vorletzte Mannschaft beträgt bereits 7 Zähler, mehr als derzeit auf dem eigenen Konto. Hoffnungslos macht vor allem die Tatsache, dass nicht einmal im Ansatz etwas wie Kampfgeist oder Siegeswillen vorhanden ist, von spielerischer Klasse ganz abgesehen. Trainer Funkel setzt auf die chronisch erfolglosen Wichniarek, Pejcinovic und Janker und lässt Leute wie Kacar und Ramos auf der Bank.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber wie soll man in dunkelster Nacht noch Sonnenstrahlen erkennen. Ich weiss es nicht. “Wenn du denktst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo…jaja”
Nächstes Jahr gegen Karlsruhe, Koblenz, Augsburg und Oberhausen, auch schön! Nicht zu vergessen das Stadtderby gegen Union, mir wird jetzt schon Bange beim Gedanken an eine Niederlage in Köpenick.
Geburtstag
5. Dezember 2009 at 10:52 | In Blog | 1 CommentTags: Blog
Vor genau einem Jahr setzte ich meinen ersten Blog-Beitrag ins Netz. Bis zum heutigen Tag folgten weitere 179 Postings. Ereignisse und Gedanken aus dem alltäglichen Leben, Reflexionen über bestimmte Begebenheiten und Umstände, und allerlei Sachen, über die ich so gestolpert bin. Rudimentär kann ich etwa verfolgen, wie viele Leute von welchen Links auf dieses Blog stossen und welche Artikel am meisten gelesen werden. Zu meinem Erstaunen ist es eine nicht schlecht besuchte Seite, vor allem in der zweiten Jahreshälfte.
Mein Anspruch als Autor ist es nicht literarische Meilensteine zu setzen, sondern viel mehr den Inhalts in eigene Worte zu kleiden und dies zu einer angemessenen Qualität. Ich bin froh um Hinweise über sprachliche, grammatikalische oder orthografische Unzulänglichkeiten.
Ebenfalls bin ich immer wieder dankbar um Kritik jeglicher Art, positive, negative oder konstruktive, Ideen und Inspirationen. Ich lade euch ein, unbeschwert die Kommentar-Funktion zu nutzen und das loszuwerden, was ihr schon immer sagen wolltet.
Ich hoffe auch in Zukunft weiterhin auf genügend kreative Energie, um dieses Projekt weiterzuführen.
Pascal Hohl, Blogger
Kopfstoss
30. November 2009 at 11:32 | In Wintersport | Leave a CommentTags: Blick, Didier Cuche, Ovomaltine, Pedro Lenz
Jeden Montag erscheint im Blick Pedro Lenz’ Kolumne zu einem aktuellen sportlichen Thema. Da ich den Blick aus Prinzip nicht lese, führe ich mir die Kolumnen auf dem Online-Portal des Rinigier-Blattes zu Gemüte. Ich mag seine etwas distanzierte, analytische und doch quere Denkweise, die er in einer ironischen aber klaren Art und Weise gekonnt zu Papier bringt.
Heute zur Verbindung Didier Cuche und Ovomaltine:
So wie es im Leben Moden und Spleens gibt, die rasch vergehen, so gibt es natürlich auch Dinge, die lange Bestand haben. Zu den beständigen Werten in unserem Land zählt zum Beispiel die Ovomaltine.
Mit diesem Getränk sind ganze Generationen von Hobby- und Spitzensportlern aufgewachsen. Egal ob im Sommer im Freibad oder im Winter auf der Kunsteisbahn, die Ovo hat uns ständig begleitet und fit gehalten. Doch was vor allem zählt: Es gibt sie noch immer.
Es kann deshalb unmöglich Zufall sein, dass unser Ski-Star Didier Cuche genau diese Getränkemarke auf seinem Helm trägt. Manchmal will es einem nämlich vorkommen, Cuche sei ebenfalls schon immer da gewesen.
Würde mir heute einer erzählen, Cuche sei seinerzeit gegen Bernhard Russi und Karl Schranz gefahren, ich müsste es vermutlich glauben. Das hat nichts mit dem wirklichen Alter besagter Herren zu tun. Nein, das ist nur eine Frage des Gefühls.
Wer will schon wissen, ob Didier Cuche 25, 35 oder 45 ist? Vielleicht ist er ja noch älter. Manche seiner Gegner auf der Skipiste könnten biologisch betrachtet seine Kinder sein. Aber für ihn scheint das überhaupt keine Rolle zu spielen. Er trinkt seine heisse Ovo, steht auf die Latten und trocknet alle seine Konkurrenten ab.
Es gibt Gerüchte, gemäss denen Cuche nach dieser Saison zurücktreten will. Wir mögen es nicht glauben. Eher wird man von Ovomaltine betrunken, als dass es Skirennen ohne Didier Cuche gibt. Wir heben den weissen Kunststoffbecher und rufen: «Prost Meister, immer weiter so!»
Blau
26. November 2009 at 18:51 | In Gedanken | Leave a CommentTags: adlig, Blau, Himmel, Preussen
Ins Blaue hinausfahren, blau sein, blau machen, blauäugig handeln, den blauen Brief erhalten, jemandem das Blaue vom Himmel versprechen, blaues Blut haben, ins Blaue schiessen und ins Schwarze treffen, das blaue Wunder, grün und blau schlagen, mit einem blauen Auge davonkommen
Schon einmal aufgefallen, wie viele teils alltägliche Ausdrücke die Farbe Blau enthalten? Ich weiss nicht mehr genau, weshalb und in welchem Zusammenhang mir dies ins Auge gestochen ist, auf jeden Fall ging ich der Sache auf den Grund:
Blauäugigkeit stammt von der Tatsache, dass Neugeborene europäischer Abstammung in den ersten Monaten alle blaue Augen haben, weil ihnen gewisse Pigmente noch fehlen. Daher die Bedeutung naiv, unüberlegt.
Der blaue Brief hat seinen semantischen Ursprung in der preussischen Armee, bei welcher alle Offiziere, welche entlassen wurden, ihren Brief in einem blauen (Farbe der preussischen Armee) Umschlag erhielten.
Das blaue Wunder erlebten in früheren Zeiten die Färber, wenn ihre Färbungen am Ende auch tatsächlich blau waren. Dies weil Blau einen sehr komplizierten, mehrtägigen chemischen Prozess vorausgesetzt hat. Später wurden zu dessen zeitlichen Optimierung die gefärbten Objekte geschlagen, um die Sauerstoffaufnahme zu beschleunigen. Daher der Ausdruck “grün und blau schlagen”
Blaues Blut wurde in früheren Zeiten Adligen attestiert. Die Entstehung beruht auf der simplen Tatsache, dass Adlige im Gegensatz zu ihrem Fussvolk nicht draussen auf den Feldern beschäftigt waren und somit auch der Sonne kaum ausgesetzt. Die blassen Extremitäten der Adligen liessen die Arterien viel besser durchschimmern, sodass der Eindruck entstand, sie hätten blaues Blut.
Blau machten früher die Handwerksburschen an ihrem freien, “blauen Montag”, an welchem sie sich zu betrinken pflegten. So auch der Ausdruck blau sein.
Mit einem blauen Auge kommt man davon, wenn sinnbildlich nur das Auge (blau) geschwollen ist, sonst aber nicht viel Schaden angerichtet wurde.
Ins Blaue hinausfahren rührt von Blau als Farbe der Hoffnung und Ferne (Himmel, Meer) her.
Pepito
18. November 2009 at 11:02 | In Kulinarisches | 2 CommentsTags: Essen, Pepito, Solothurn
Ein wunderbares Konkurrenzprodukt zum üblichen Mainstream-Take-Away-Trash (nicht auf deutsch übersetzbar
) ist das Peptio, ein knuspriges Ciabattabrot gefüllt mit frisch gegrilltem Rind- oder Pouletfleisch, Salat, Tomaten, Zwiebelringen, geraffelten Karotten und Cocktailsauce, Bauprinzip Kebap.
Schon gegen Ende meiner Kantonsschulzeit in Solothurn, als der Laden an der Barfüssergasse eröffnete, ging ich regelmässig hin. In Bern habe ich noch nirgends ein ähnliches Angebot gefunden, so beschloss ich, wieder einmal zu gehen, als ich gerade in der Nähe war. Die Preise wurden etwas nach oben adaptiert, sonst ist noch alles wie damals. Der Wirt begrüsst seine Gäste immer noch mit seinem sympathischen, ausländisch akzentuierten “Salüsäme”.
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Das Solothurner Pepito, der Rollce-Royce unter den Schnellimbissprodukten!
Freitag
13. November 2009 at 19:51 | In Gedanken | Leave a CommentTags: Freitag
Entgegen jeglicher sprachlicher Logik ist der Freitag ein ganz normaler Werktag, von frei kann nicht die Rede sein. Einer guten Kollegin, welche mich auf dieses Thema aufmerksam gemacht hat, macht vor allem der Umstand zu schaffen, dass der Freitag Nachmittag ein paar gefühlte Stunden länger dauert als die anderen Arbeitstage. Das Ziel vor Augen, die Linie aber noch nicht überquert. Besonders gelungen fand ich ihren Vergleich mit einem Raclette-Käse. Langsam schmelzend, sich fädig dahinziehend.
In diesem Sinne: Schönes Wochenende!
Minarette
12. November 2009 at 18:45 | In Politik | 2 CommentsTags: Islam, Minarette, Politik, SVP
Kürzlich debattierte ich in meiner Stammkneipe über dieses Thema. Die Argumente der Befürworter dieser Initiative schlugen alle in dieselbe Kerbe. Diese Islamis wollen wir gar nicht hier und in Kürze wird es von Minaretten wimmeln, wenn man nicht mit einem Verbot Einhalt gebietet.
Ich bin froh, in einem weltoffenen und liberalen Land wie der Schweiz zu leben und werde die Initiative sicherlich nicht annehmen. Natürlich können die Muslime ihren Glauben auch ohne Minarette ausleben, aber auch Minarette müssen die baugesetzlichen Auflagen erfüllen und werden nicht wie Pilze aus dem Boden schiessen. Wie immer macht die SVP mit übertriebenen, realitätsfremden Parolen Stimmung ohne sich der Thematik über eine differenzierte Diskussion anzunehmen. Nicht auszudenken, was für ein Signal wir mit einer Annahme ans Ausland senden. Ein Nein belässt es beim heutigen Zustand, in Minaretten ausgedrückt sind es ganze 4 an der Zahl (beängstigend).
Einer der lautesten Befürworter im Parlament ist Lukas Reimann. Wenn man sich schon über mangelnde Sprachkenntnisse der islamischen Bürger lustig macht, von Vorteil in korrektem Deutsch (Stelle: nach ca. 0:35).
KSC-Union
10. November 2009 at 20:41 | In Erlebnisberichte | Leave a CommentTags: Eisern, Karlsruhe, KSC, Union Berlin, Wildparkstadion
Am vergangenen Wochenende wohnte ich dem Fussballspiel Karlsruher SC – 1. FC Union Berlin. Der Viertplatzierte gegen den Fünfzehnten der 2. Bundesliga. Wie kommt man als Schweizer dazu, sich dieses Spiel anzusehen, wo doch mit Freiburg, Hoffenheim und Stuttgart Bundesligisten ganz in der Nähe ihre Heimspiele austragen? Die Antwort weiss ich selbst nicht.
Das Spiel endete 3:2 für die Gastgeber. 5 Tore in einem Spiel, was will man mehr, zumal alle Tore auf jenes Tor fielen, hinter welchem wir postiert waren. Drei für Karlsruhe in der ersten Halbzeit, deren zwei für die Berliner in der anderen Halbzeit.
Das Wildparkstadion keine architektonische Meisterleistung, aber ok. Speziell ist die Lage, mitten in einem Wald. Sogar um die Stadionseite zu wechseln muss man durch einen kleinen Waldweg, dezent durch niedergetretenes Laub gekennzeichnet, gehen.
Ich bin immer wieder fasziniert von grossen Menschenmassen, an diesem Tag waren es ca. 17’000 im Wildparkstadion. Selbst primitive Fangesänge wirken elektrisierend. Welche Energie in einer grossen Masse gleich gesinnter Menschen steckt zeigt uns die Geschichte immer wieder, ob positiv oder negativ. Ich fragte mich auch, was bringt jemanden dazu, ein paar hundert Kilometer von Berlin nach Karlsruhe zu fahren, und selbst beim Pausenrückstand von 3:0 bei ein paar wenigen Plusgraden immer noch aus voller Kehle “Eisern Union” zu brüllen. Am Schluss dieselbe Distanz mit einer Niederlage im Gepäck wieder zurück, Fussballfans sind Masochisten.
Geteiltes Deutschland
9. November 2009 at 20:23 | In Gedanken | Leave a CommentTags: Berlin, DDR, Hertha BSC, Kapitalismus, Kommunismus, Mauer
Heute vor 20 Jahren fiel die Berliner Mauer, ich war damals 2 Jahre alt. Zu jung also, um dies bewusst wahrzunehmen. Der Kommunismus am Boden, eine Ideologie, der sich Leute bis zu hundert Jahren unterwerfen mussten, einfach weg, das Volk in den Kapitalismus entlassen. 28 Jahre Mauer, eingesperrt im eigenen Land, gläserne Menschen unter dem Deckmantel des Sozialismus. Wie gross war wohl die Erleichterung dieser Menschen an jenem Tag? Freiheit, nachdem ein guter Teil eines Lebens fremdbestimmt war. Unvorstellbar.
Leute meines Alters können die weltpolitische und historische Dimension dieses Ereignisses wohl nur über Literatur und Berichte erahnen. Genau dies tat ich, auf jedem grösseren Medienportal finden sich Sonderserien zu diesem Thema. Ein paar starke Gedanken in treffende Worte gekleidet fand ich hier, das geteilte Deutschland durch die Brille eines Herthaners betrachtet.
Wort des Monats November 09
7. November 2009 at 09:00 | In Wort des Monats | Leave a Comment“Alimentenkabel”
Synonym für das männliche Geschlechtsorgan
Bier und Wasser
6. November 2009 at 15:19 | In Gewusst? | Leave a CommentTags: Bier, Wasser
Bier besteht zu über 95 Prozent aus Wasser. Trotzdem sind zur Herstellung eines Liters Bier ca. 20 Liter Wasser nötig. Erstaunlich. Experten sprechen dabei von “grauem Wasserverbrauch”, also jenem Verbrauch, der nur indirekt sicht- und messbar ist.
Judenwitz
5. November 2009 at 18:22 | In Gedanken | Leave a Comment“Herr Kommandant, könnten Sie mich in die Baracke 4b verlegen” fragt ein KZ-Insasse
“Wieso gerade in Baracke 4b, die ist genau gleich wie alle anderen?”
“Weil dort meine Frau einquartiert ist.”
Der Kommandant überlegt ein wenig. “Ich habe ein Rätsel für dich: Eines meiner Augen ist ein Glasauge. Wenn du errätst welches werde ich deinem Wunsch entsprechen und dich verlegen lassen.”
“Es ist das Linke Herr Kommandant.”
“Richtig. Doch sag mir wie du dies erraten hast?”
“Weil es so menschlich ist.”
B-Day
1. November 2009 at 12:00 | In Allgemein | Leave a CommentTags: Geburtstag, Schnapszahl
Einmal im Jahr kommt dieser mit geteilter Freude begleitete Tag, unweigerlich, auf leisen Sohlen dahingeschlichen, um dann mit brachialer Wucht einzuschlagen. Der eigene Geburtstag. Das Jahr ist schon fast um, nun hat es mich doch noch erwischt. Wie alt werde ich nun schon wieder? Die Identitätskarte bewahrheitet die Vermutung,22 Jahre (Schnapszahl, haha), was schon so alt?? Grauenhaft. Grau, die Farbe der Langeweile, Grau die Farbe des Alters. Ungebremst geht es gegen die magische 30er Grenze, der Zahn der Zeit nagt an uns allen.
Zeit also, kurz inne zu halten und den Moment zu geniessen. Feiert mit ihr Leidensgenossen, als ob es keinen Morgen mehr gäbe. Stosst an, auch euch wird es erwischen, wieder und wieder, alle Jahre.
Rammstein – Liebe ist für alle da
30. Oktober 2009 at 15:29 | In Musik | Leave a CommentTags: Liebe ist für alle da, Pussy, Rammstein
Wer wartet mit Besonnenheit der wird belohnt zur rechten Zeit, nun das Warten hat ein Ende leiht euer Ohr einer Legende.
So legen die fünf Berliner los. Vier Jahre nach Rosenrot, ein für seine atypische Weiche kritisiertes Werk, schlagen Rammstein mit ihrem neuen Album Liebe ist für alle da mit ganzer Härte zurück.
Schon das Video zur ersten Single Pussy warf die Frage nach der Grenze zwischen Sittlichkeit und künstlerischer Freiheit auf. Ebenfalls der Song Wiener Blut, eine in Metaphern gehüllte musikalische Aufarbeitung der Fälle Kampusch und Fritzl. Musikalisch werden keine neuen Höhenflüge unternommen, bewährte Kost der alten Zeit wird serviert, “back to the roots”.
Das Album trieft aber teils vor inhaltlicher Schwere. Sie beschäftigen sich mit abnormen Formen von Liebe (Sadismus, Nekrophilie), zeigen aber auch ihre sentimentale Seite (Roter Sand, Haifisch) uns schneiden aktuelle Themen wie materialistische Gier, Eifersucht oder den in unserer Gesellschaft latent vorhandenen Sexismus an.
Hab nichts zu schenken, wozu Verzicht? Zwar bin ich reich, doch reicht das nicht. Bescheidenheit, alles was recht ist. Ich nehme alles, auch wenn es schlecht ist. Bin nie zufrieden, es gibt kein Ziel, gibt kein genug, gibt nie zu viel, all die Andern haben so wenig, gebt mir auch das noch, sie brauchens eh nicht.
aus “Mehr”
Und der Haifische der hat Tränen, und die laufen vom Gesicht, doch der Haifisch lebt im Wasser, so die Tränen sieht man nicht. In der Tiefe ist es einsam und so manche Träne fliesst. Und so kommt es, dass das Wasser in den Meeren salzig ist.
aus “Haifisch”
Energiegeladen, provokant, sozialkritisch, nachdenklich, aktuell, Rammstein!
Horoskope
30. Oktober 2009 at 14:08 | In Gedanken | Leave a CommentTags: Astrologie, Horoskop
Interessant: Die ersten fünf Treffer mit der Suchanfrage Tageshoroskop Skorpion bei Google, ein kurzer Auszug:
Abends: Je verrückter, umso besser. Sie selbst provozieren heute schon den ganzen Tag Veränderungen. Hoffentlich läuft es so, wie geplant. Hauen Sie auf den Putz!
versus
Gönnen Sie sich heute eine Auszeit, genießen Sie den Feierabend zu Hause im Kreise Ihrer Lieben. Heute besser nicht ausgehen. Große Menschenansammlungen sollten Sie heute meiden. Stimmungssache.
Es ist jetzt keine gute Zeit, um neue berufliche Kontakte zu schließen oder neue Pläne zu schmieden. Haben Sie unbedingt etwas mehr Geduld, Ihre Chancen werden in der Zukunft schon noch kommen.
versus
Heute sind Sie extrem flexibel und neuen Dingen gegenüber sehr aufgeschlossen. Sie wollen einiges in Ihrem Leben umstrukturieren, jetzt haben Sie die Chance dazu. Tipp: Neues Hobby.
Alle Seiten versprechen seriöse, wissenschaftlich fundierte Horoskope, und kaum eine Minute gebraucht, um die ersten Gegensätze zu finden. Die Liste könnte beliebig verlängert werden. Eine kurze heuristische Überlegung: In der Schweiz gibt es rund 8 Millionen Menschen, also müsste etwa jede zwölfte Person (ca. 650’000) dasselbe Sternzeichen haben. Astrologen differenzieren oftmals noch nach dem Aszendenten, nach dem Gestirn, das bei der Geburt am östlichen Horizont aufgeht. Von diesen gibt es wiederum 12 Stück. Also müsste immer noch jede hundervierundvierzigste Person aus der Grundgesamtheit dasselbe Sternzeichen und denselben Aszendenten wie ich haben. Auf die Schweiz bezogen entspricht dies immer noch ca. 55000 Leuten. Und diese müssten alle zum gleichen Zeitpunkt z.B. Glück in der Liebe, Pech bei den Finanzen und eine gute Gesundheit haben wie ich. Wo ist mein Denkfehler? Oder sind gewisse Leute tatsächlich so naiv?
Mein Ansatz: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.
Materialbunker
30. Oktober 2009 at 12:36 | In Internet | Leave a CommentTags: BWL, Materialbunker, Uni
Falls Leute mit der selben Studienrichtung wie ich (BWL an der Uni Bern) auf diese Seite stossen, ein kleiner Tipp: Materialbunker. Eine diese Woche ins Leben gerufene Hompage/Blog mit dem Ziel eine Plattform für den gegenseitigen Austausch von Unterrichtsmaterialien, Lösungen und Zusammenfassungen zu bieten. Steckt noch in den Kinderschuhen, doch der erster Schritt ist immer ein kleiner. Ich hoffe, dass das Projekt Schule macht, sich eine Vielzahl von Studenten daran beteiligen und dem Reiz Trittbrettfahrens widerstehen, frei nach dem Prinzip “Geben und Nehmen”.
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